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 Vorschau auf kommende Veranstaltungen

und andere Mitteilungen


 


Unsere Veranstaltungen 2017


Die Weihnachtsausstellung 2017 im Zejler-Smoler-Haus Lohsa ist eröffnet:

Teddybären

Trio3Wie in jedem Jahr am 1. Advent, bei Kaffee und Stollen im Zejler-Smoler-Haus, wurde am 3. November die diesjährige Weihnachtsausstellung eröffnet. Mehr als vierzig Besucher waren gekommen. Das Folkore-Terzett - Rosemarie Klohs, Monika Aust und Katrin Doering - erfreute mit bekannten Weihnachtsliedern; Edith Kraus, Gabriele Knothe und Andreas Löpke lasen Weihnachts-Gedichte und -Geschichten. Und dann ging es zur Besichtigung:

Insgesamt rund 300 Plüsch-Teddys und 36 Teddy-Postkarten sind zu sehen, ebenso 100 weitere Exponate. Diese reichen von der Teddy-Gardine über Teddy-Puzzle, Teddy-Bücher und Teddy-Kissen bis hin zu Teddy-Bildern.

   Teddy1Teddy3Teddy4

Teddy2Gutmütig schaut der schwarze Teddybär mit den weißen Ohren. Auf dem Schoß hält er ein kleines Geschenk. „Der hat noch echte Holzwolle im Bauch. Ich fand ihn gleich schön. Vom ersten Moment an“, erzählt Helga Janke aus Weißkollm über den kuschligen Gesellen in der Vitrine. Seit vielen Jahren sammelt die frühere Grundschul-Lehrerin Teddybären. Zur Weihnachtsausstellung trägt sie mit rund 80 Leihgaben bei. Wie sie unterstützte auch Anke Sonntag aus Hoyerswerda mit einem Großteil ihrer Sammlung die Ausstellung. Leihgeber aus der Gemeinde Lohsa, aus Knappenrode, Hoyerswerda, Mönau, Neudorf / Spree und Dresden unterstützten mit ihren Exponaten.

Macher 2  Macher 1

 

 

 

„Allen gilt unser herzlicher Dank“, sagt Mitorganisatorin Edith Kraus vom Vorstand des Fördervereins. Zusammen mit Helga Janke, Gabriele Trentzsch und Andreas Löpke hatte sie die Ausstellung liebevoll aufgebaut. Teddys auf Schlitten kommen darin vor, Teddys im Reisekoffer, Teddys auf Leitern und sogar Teddys auf einer Wippe. Ein kleiner historischer Puppenwagen, eine Puppenwiege, ein Kinderstuhl und ein Schaukelpferd  gehören dazu. „Die Idee für die Ausstellung entstand im Gespräch“, sagt Edith Kraus. „Im Vorstand suchten wir ein passendes Thema zum Weihnachtsfest.“ Vorfreude auf das Christfest soll die Ausstellung wecken. Sie soll zum Erinnern bewegen. Sie soll zum Sammeln und Schenken inspirieren.

„Die Weihnachtsausstellung ist erfahrungsgemäß unsere am meisten besuchte Ausstellung im Haus. Gerade sie erreicht ein vielfältiges Publikum“, sagt Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. „Zugleich ist die Weihnachtsausstellung der Abschluss unserer monatlichen Veranstaltungen.“ Nach Themen wie „Nussknacker“ (2007), „Sorbische Sagenfiguren und Christbäume“ (2008), „Märchen, Geschichten, Lieder, Bräuche und Spiele zum Christfest“ (2009), „Engel. Gottesbote und Heilsbringer“ (2010), „Glocken“ (2011), „Bergmannsweihnacht und erzgebirgische Schnitzereien“ (2012), „Kerzen und Adventskalender“ (2013), „Puppen, Puppenstuben und Puppenwagen“ (2014), „Wintersport zu Großelterns Zeiten“ (2015) und „Pulsnitzer Pfefferkuchen“ (2016) suchte der Förderverein wieder ein originelles Thema. Mit „Teddys“ gelang ihm das.

 Auch zur Geschichte des Teddybären erfährt der Besucher etwas: Sie begann 1902 in Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg). Dort fertigte die junge Margarethe Steiff Nadelkissen und weiteres Näh-Zubehör an. Ihr Neffe Richard Steiff regte ein Nadelkissen in Form eines Bären an. Aus seiner Idee entstand eine kleine Bären-Plüschfigur. Diese diente bald als Spielzeug für Kinder. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse sorgten die kleinen Bären für Aufsehen. Sogar der US-amerikanische Präsident Theodor Roosevelt (1858-1919) kaufte ein Exemplar für seine Tochter. Sie nannte den Bären nach ihrem Vater „Teddy“. Der Bär wurde immer beliebter. 1903 bestellte ein amerikanischer Vertreter auf der Leipziger Frühjahrsmesse gleich 3000 Teddybären bei der Firma Steiff.

 Die Weihnachtsausstellung „Teddys“ im Zejler-Smoler-Haus Lohsa - ein Gemeinschaftswerk vieler fleißiger Hände -  ist bis Ende Januar zu sehen.

Öffnungszeiten: montags und donnerstags 10-17 Uhr und am 16. Dezember von 14 bis 19 Uhr zum Lohsaer Weihnachtsmarkt.  


 

Würdigung für jahrelanges ehrenamtliches Engagement

Grit Pelzer erhielt im Oktober das Ehren-Abzeichen der Domowina

Damit würdigt der sorbische Dachverband ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement für die sorbische Sprache, Kultur und Traditionspflege.

Wir gratulieren herzlich und dankbar!

Grit PelzerGrit Pelzer gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Das Wohl und der Fortbestand des Vereins lagen ihr von Anfang an sehr am Herzen. Das zeigt sich unter anderem in ihrer beständigen Werbung neuer Mitglieder. Grit Pelzer ist heute Schatzmeisterin des Vereins. Dabei ist ihr nicht nur die langfristige finanzielle Absicherung der vielfältigen Aufgaben und Interessen des Vereins wichtig, sondern auch die personelle Absicherung des Vereins im Zejler-Smoler-Haus. Mit vielen Ideen bereichert sie die inhaltliche Arbeit des Vereins. Sie ist auch oft an der Umsetzung maßgeblich beteiligt. Dafür opfert sie viel Freizeit.

Bei den Lesungen sorbischer Autoren arbeitet sie seit Jahren mit dem Domowina-Verlag Bautzen zusammen. Mit Elan organisiert sie auch den jährlich stattfindenden Sorbischen Abend im Zejler-Smoler-Haus mit, ebenso Konzerte, Ausstellungen und Vorträge. Regelmäßig arbeitet sie zusammen mit der Grundschule Am Knappensee Groß Särchen, mit der Grundschule Lausitzer Seenland Burgneudorf und mit der Lohsaer Kindertagesstätte Märchenland in Trägerschaft des Christlich-Sozialen Bildungswerkes. Sie organisiert für die Kinder oft Projekte. Unter anderem geht es um Themen wie „Sorbische Osterbräuche“, „Sorbische Spuren in und um Lohsa“ und um das „Leben und Wirken des Pfarrers und Dichters Handrij Zejler in Lohsa“. 2015 Ende März organisierte sie maßgeblich im Zejler-Smoler-Haus Lohsa den Familientag zum Thema „Ostern in der Lauistz“ mit. Immer wieder bringt sie den Schülern die Geschichte der Einheitsgemeinde Lohsa näher. Immer wieder führt sie für die Kinder Lesungen durch. Dabei geht es vor allem um das Kennen lernen der Heimatgeschichte und der sorbischen Kinderliteratur. Kontinuierlich lädt Grit Pelzer seit Jahren Kinder und Eltern zum Basteln ins Zejler-Smoler-Haus Lohsa ein. Themen sind zum Beispiel Frühling, Muttertag, Herbst und Advent.

In der Gemeinde Lohsa ist Grit Pelzer Sorbenbeauftragte. Dabei setzt sie sich konsequent ein für die sorgfältige zweisprachige Beschriftung an Ortsschildern, Straßen, Wegen, Plätzen, Einrichtungen und Werbeträgern. Regen Kontakt pflegt sie zum lausitzweit aktiven Verein Sorbischer Kulturtourismus, zu dessen Gründungsmitgliedern der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. gehörte. Die Gemeinde Lohsa nimmt 2017 / 2018 teil am Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune – die sorbische Sprache lebt“. Grit Pelzer bringt sich mit guten Ideen ein. Sie bemüht sich um die Umsetzung.

Seit vielen Jahren leitet sie die Lohsaer Gemeindebibliothek. Bei Fragen zur Gemeinde Lohsa, zur Heimatgeschichte, zur sorbischen Geschichte, zu sorbischen Traditionen und Bräuchen ist sie im Zejler-Smoler-Haus oft der erste Ansprechpartner vor Ort. Sie vermittelt dann weiter an entsprechende Gesprächspartner. Heute ist sie ein wichtiges Bindeglied zwischen Förderverein und Gemeinde Lohsa.

Andreas Kirschke

 


 

Die Buchvorstellung mit Superintendent Jan Malink sorgte für Staunen

 Okt.17 BuchtitelJan Malink, seit 2003 sorbischer evangelischer Superintendent, stellte am 25. Oktober im Zejler-Smoler-Haus Lohsa das von ihm herausgegebene Buch vor:

 „Fünf Jahrhunderte. Pjeć lětstotkow. Die Sorben und die Reformation. Serbja a reformacija“

Rund 30 Interessierte hörten gespannt zu und fragten nach. Der Domowina-Verlag und der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. hatten gemeinsam eingeladen.

 Okt.17 Malink

Einen weiten Bogen spannte Jan Malink zum Thema Sorben und Reformation. Die erste sorbische Bibel von 1728 war eine Übersetzung der Bibel Martin Luthers. Das Alte Testament wurde zum großen Teil übersetzt von den Pfarrern Johann Böhmer (1671-1742), Matthäus Jokusch (1668-1735), Johann Lange (1697-1738) und Johann Wauer (1672-1728). Pfarrer Michael Frentzel (1628-1706) übersetzte das Neue Testament. „Es war der Erstdruck der sorbischen Bibel“, bekräftigte Jan Malink. Zugleich würdigte er den Pfarrer, Astronomen und Naturforscher Albin Moller (1541-1618) aus Straupitz (Niederlausitz). 1574 gab dieser ein Buch mit Gebeten, Liedern, Gottesdienst-Ordnung und dem Kleinen Katechismus Martin Luthers, übersetzt ins Niedersorbische, heraus. „Und das auf eigene Kosten. Er war ein opferwilliger Mann. Ein genialer Mann, der arm verstarb“, schilderte Jan Malink und betonte: „Der Anfang des sorbischen Schrifttums waren die Schriften Martin Luthers.“

Okt.17 PublikumFür Staunen sorgten Jan Malinks Ausführungen zu den Kirchen. Insgesamt gab es zu Luthers Zeiten 19 sorbische Gotteshäuser. „Meist erhielten die Sorben nur eine kleine Kirche. Zum Beispiel war das eine Klosterkirche oder eine Kapelle“, erläuterte der Superintendent. „Die große Ausnahme war Hoyerswerda. Damals war es eine Kleinstadt mit 4.000 bis 5.000 Einwohnern. Hoyerswerda war zu 90 Prozent sorbisch in der Reformationszeit. Deutsch war nur das Schloss mit seinen Bediensteten und höchstens einige Handwerker. So kam es, dass die Sorben die Hauptkirche – die Johanneskirche – für ihre Gottesdienste nutzten. Für die Deutschen wurde eine Nebenkapelle angebaut.“  

Wird die Reformation im Jubiläumsjahr 500 Jahre später zu sehr auf Martin Luther fixiert? Kommen Weggefährten wie Philipp Melanchthon (1497-1560) zu kurz? Sagte Luther sogar, dass die Bibel nicht ins Sorbische übersetzt werden soll, weil dies den Aufwand nicht lohne? Rege fragten die Gäste nach. „Luthers persönlicher Beitrag für die Sorben unmittelbar war gering“, unterstrich Jan Malink. „Entscheidend waren Luthers Schriften.“ Sie sorgten später für den Gottesdienst in der sorbischen Muttersprache. Sie ermutigten zur Übersetzung des Kleinen Katechismus Martin Luthers in die sorbische Sprache. Sie gaben den Anstoß auch für die sorbischen Gebets- und Gesangbücher. Die Behauptung, dass Luther die Bibel nicht ins Sorbische übersetzt haben wollte, ist pure Legende. „Die Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts schuf solche Legenden. Die Gelehrten haben viel geforscht, aber auch viel erfunden“, sagte Jan Malink. „Technischer Fortschritt und geschichtliche Märchen lagen nahe beieinander.“ Feingeist Melanchthon freute sich, dass bei ihm zu Hause am Tisch bis zu elf Sprachen von den Gästen gesprochen wurden. Sorbisch gehörte mit Sicherheit dazu. Konnte doch Melanchthons Schwiegersohn und Leibarzt Kaspar Peuker (1525-1602) sorbisch. „In der Geschichtswissenschaft wird häufig personalisiert. So ist es auch mit Martin Luther im Jubiläumsjahr der Reformation. So kommt häufig zu kurz, dass der Erfolg viele Väter hat. So fallen Mitstreiter wie Philipp Melanchthon vom Wagen. So werden sie nur zu Spezialisten gemacht.“

Rege Gespräche ergaben sich noch nach der Vorstellung des Buches. Mit einer Auflage von 500 Exemplaren gab es der Domowina-Verlag heraus. Die Auflage ist fast vergriffen, das Interesse sehr hoch.  Mit 19 Beiträgen ist das Buch ein wertvolles Grundlagen-Werk und mehr als nur ein Begleitbuch zur Sonderausstellung "Sorben und Reformation".

„Fünf Jahrhunderte. Pjeć lětstotkow. Die Sorben und die Reformation. Serbja a reformacija“. hrsg. von Jan Malink; Domowina-Verlag Bautzen 2017. ISBN: 978-3-7420-2364-3. Preis: 19,90 Euro.
Das Buch wurde im Rahmen des Verbundprojekts „Gesichter der Reformation“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Andreas Kirschke


 

Lichtbildervortrag im Zejler-Smoler-Haus am 29. September 2017

LusanskiPorträt

Jurij Łušćanski aus Bautzen erinnerte am Freitag im Zejler-Smoler-Haus mit seinem tiefgründigen, ausführlichen Vortrag an den sorbischen Volksmaler Horst Šlosar (1903-1964), der in der Fachwelt noch wenig bekannt und beachtet ist. Auch unter den Sorben verdiente er mehr Anerkennung. Sein vielseitiges Schaffen reicht von Porträts, Stillleben, und Landschaftsbildern bis hin zu Alltagsbildern. Jurij Łušćanski spürte es auf. In Briefen, Zeitungsartikeln, Dokumenten und Nachlässen forschte der frühere Musikredakteur und spätere Kulturreferent der Domowina über den Maler und förderte ein bewegtes Leben zutage.

PublikumHorst Šlosars Vater war gebürtiger Tscheche. In Dresden arbeitete er als Porzellanmaler. Die Mutter war Hausfrau. Sie stammte aus einer sorbischen Familie in Niederkiesdorf auf dem Eigen (Kreis Görlitz). Horst war das zweite von fünf Kindern. Zunächst lernte er Metallarbeiter, doch anstatt einer Ausbildung als Maschinenbauer musste er Granaten drehen.

Schon seit 1918 malte er als Laie. Später arbeitete er als Porzellanmaler. Das war Grundlage für den Besuch der Malakademie in Dresden. Sie nahm ihn 1927 an. „Dass er aufgenommen wurde aus freiem Willen und ohne jede Protektion, das zeugt von seiner Begabung und seiner Energie“, zitierte Jurij Łušćanski die Zeitung Nowa Doba Nr. 4 von 1958. Horst Šlosar wurde Meisterschüler bei dem Maler Otto Dix. 1938 wurde er dienstverpflichtet, 1942 musste er zur Wehrmacht.

„Selbst wenn es in den Jahren des Dritten Reiches schwieriger für ihn als Künstler wurde, waren seine Werke im ganzen Zeitraum 1933-1942 regelmäßig in Dresdner Kunstausstellungen zu sehen“, würdigte Professor Jonathan Osmond von der Universität Wales / England den Maler Horst Šlosar.

1949 wurde Horst Šlosar Mitglied des Kreises sorbischer bildender Künstler. Damit bekannte er sich zu seinen sorbischen Vorfahren mütterlicherseits.Horst Šlosar malte Landschaftsbilder, Porträts, Stillleben und Illustrationen. Auch die Nationale Volksarmee der DDR gab ihm Aufträge.Besonders berühren Horst Šlosars Porträts seiner Mutter und seines Vaters. Sie zeugen von tiefer Zuneigung und Achtung, von Natürlichkeit und Lebensnähe.

Straße Rohne 2„In der Fachwelt ist Horst Šlosar heute noch immer zu wenig bekannt und beachtet“, sagte Jurij Łušćanski. „Dabei hat er in den vielfältigsten Kunstgenres sehr Bemerkenswertes und Einzigartiges geleistet – als Lithograph, Zeichner, Karikaturist, Illustrator, Landschaftsmaler, Porträtist mit Bleistift genauso wie in Ölbildern, in Wandbildern, in Stillleben und nicht zuletzt in Gemälden seiner Zeitgeschichte".

 

 

 

ZuschkaFür Lohsa schuf Horst Šlosar das Bild „Der Rebell Jan Suschka“. Es zeigt eine Szene aus dem Aufstand der Fronbauern 1794 im Kirchspiel Lohsa. Dieses Bild hat eine bewegte Geschichte, wie Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa, ergänzend zum Vortrag Łušćanskis erläuterte: Es wurde für die Erstausstattung der Lohsaer Schule (eröffnet 1955) im Rahmen der baugebundenen Kunst geschaffen. Zunächst entstand 1955 ein Vorentwurf, der heute im Sorbischen Museum Bautzen hängt. Nach Auftragserteilung entstand 1956 ein zweites Bild mit geringen Änderungen. Es hing in der Lohsaer Schule im unteren Flur, später im Lehrerzimmer. Kurz vor der Wende kam es zu einem Schaden am Bild. Der damalige Bürgermeisters Wilfried Storch brachte es zur Restauration in die Werkstatt des Hoyerswerdaer Malers und Restaurators Hans Lohan. Nach der Wende wurde es dort zunächst nicht abgeholt. Erst während des Umbaus eines Gutsgebäudes zum Rathaus wurde es durch die Gemeinde abgeholt und die Leistung des Restaurators bezahlt. Heute hängt das Bild für jeden sichtbar im Ratssaal Lohsa.

Andreas Kirschke

 


  Am 1. September 2017 um 18 Uhr

erzählte uns Jürgen Tiede sein neuestes Märchen:

"Goldstaub. Wie Gottlieb versuchte, schlauer als der Teufel zu sein".

Tiede 1  Niemz Tiede

Zur Buchlesung mit Jürgen Tiede aus Hoyerswerda lud unser Verein am 1. September ein. Der Autor und Kunstwissenschaftler stellte sein Buch „Goldstaub. Wie Gottlieb versuchte, schlauer als der Teufel zu sein“ vor. Liedpoetin Konstanze Niemz aus Knappenrode begleitete die Lesung mit Lieder über die Lausitz, über die Liebe, über die Heimat und über das Zusammenleben der Menschen.

Jürgen Tiede aus Hoyerswerda ist Jahrgang 1940 und gebürtiger Dresdner. Ursprünglich lernte er den Beruf Lokomotivschlosser. Er war danach auf verschiedenen Baustellen und in Kraftwerken der DDR tätig. Ab 1976 studierte er Kultur- und Kunstwissenschaft in der Fachschule Meißen-Siebeneichen und an der Universität Leipzig. Danach war er Redakteur und Autor für das „Allgemeine Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Länder“ im Kunstverlag Seemann in Leipzig. Seit 1991 ist er freier Redakteur und Autor beim Saur-Verlag München.

Tiede 2Als Leitstand-Maschinist im Kraftwerk Lübbenau lernte er die Dimensionen der Tagebautechnik kennen. „Heute haben wir keine Energie-Knappheit im Land. Wir haben Energie-Überschüsse“, unterstreicht er. „Trotzdem müssen immer noch Dörfer weichen, Menschen umsiedeln. Trotzdem wird immer noch Natur in Größenordnungen geopfert. Es ist wichtig, den Kindern und Eltern diesen Naturverlust nahe zu bringen.“  Mit dem Thema „Gier, Macht, Maßlosigkeit, Naturzerstörung“ hat sich Jürgen Tiede in Kinder- und Jugendbüchern immer wieder befasst, zuletzt im Buch „Goldgräber. Wie verhindert wurde, dass der Teufel in der Lausitz sein Meisterstück macht“. Er stellte es 2014 in Lohsa vor.

Das heutige Buch „Goldstaub. Wie Gottlieb versuchte, schlauer als der Teufel zu sein“ knüpft daran an.

Grundlage ist „Die Sage vom Teufelsstein“ zwischen Biehla und Zschornau bei Kamenz. Demnach wollte der Teufel um Mitternacht einen Stein auf das nahe Kloster St. Marienstern Panschwitz-Kuckau werfen. Doch der zwölfte Glockenschlag der Kamenzer Stadtkirche ließ seinen Arm erlahmen. Zwischen Biehla und Zschornau ließ er den Stein fallen. Dort liegt er heute noch. Der Lesung mit Jürgen Tiede folgte noch die Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung „Goldstaub“.

Andreas Kirschke

 


 

Am Ende der Sommerpause führte uns unsere

Sommerausfahrt 2017 am 26. August

nach Bautzen.

Dom außen

 

 

Peter Hollendunter (76), seit 46 Jahren Stadtführer in Bautzen, zeigte uns den Bautzener Dom. Intensiv ging er auf die Geschichte der Stadt, auf die Geschichte des Gotteshauses und seine überregionale Bedeutung ein.

Dom innen

 

 

 

 

1213 entstand der Dom. Seit 1524 nutzen ihn Katholiken und Protestanten gemeinsam. Der Bautzener Dom ist die früheste und vom Platzangebot her die größte Simultankirche Deutschlands. Er enthält 294 Plätze im katholischen und 925 Plätze im evangelischen Teil. Ein bauchhohes Gitter trennt den katholischen vom evangelischen Teil. Als einzige Simultankirche europaweit diente der Dom bis 1980 als Kathedrale. Bis dahin war Bautzen Sitz des Bistums Meißen. Jetzt ist der Dom Konkathedrale des Bistums Dresden-Meißen. In der DDR war es der erste Dom, der mit dem Zuschuss staatlicher Mittel 1950-1955 saniert wurde.

 Museum 1

Nach dem Dom besichtigten wir im Sorbischen Museum die Sonderausstellung „Fünf Jahrhunderte. Die Sorben und die Reformation.“ Kuratorin Andrea Paulik, im Sorbischen Museum Verantwortliche für sorbische Kulturgeschichte und Literatur, erläuterte uns die Inhalte. Das Sorbische Museum Bautzen zeigte die Ausstellung vom 26. März bis 27. August. Mindestens 30 Exponate stammen aus dem Sorbischen Institut. Es sind Bibeln, Urkunden und Dokumente. Gefördert wurde die Ausstellung  durch die Stiftung für das sorbische Volk, den Landkreis Bautzen und den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien. Sie ist Teil des Gesamtprojektes "Gesichter der Reformation in der Oberlausitz, Böhmen und Schlesien.

Immenser Aufwand steckt in der Ausstellung. Sie soll Wertschätzung für das Kulturerbe und Stolz auf die sorbischen Vorfahren in der Lausitz wecken. Sie soll die Einheit von Sprache und Glauben bei den Sorben verdeutlichen. „Ohne Glauben wären viele Traditionen leer. Sie hätten auf Dauer keinen Bestand mehr“, so Andrea Paulik. Die Ausstellung soll auch Unwissenheit vorbeugen. Grassiert doch oft die Meinung, DIE Sorben sind alle katholisch.

Aus Weigersdorf kam für die Ausstellung die sorbische altlutherische Agende des Pfarrers, Dichters und Übersetzers Matthäus Urban (1846-1931). Aus Göda stammte ein Lektionar von 1701. Es ist ein liturgisches Buch, das die biblischen Lesungen im Ablauf des Kirchenjahres enthält. Aus der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Hochkirch kamen ein Kanzel-Parament und ein Altar-Parament von 1891.

Die Ausstellung zeigte auch einzigartige Bücher. Albin Mollers niedersorbisches Gesangbuch von 1574 mit Katechismus gehört dazu. Es ist das erste gedruckte sorbische Buch. Zur Ausstellung gehörte ebenso von 1548 die erste Übersetzung des Neuen Testaments ins Sorbische durch Pfarrer Mikławš Jakubica (Nicolaus Jacob). Die Staatsbibliothek Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz steuert es als Leihgabe bei.

Museum 2 Die Ausstellung zeigte zudem evangelische sorbische Trachten wie die Bautzener Konfirmanden-Tracht, die Kirchgangstracht der Schleifer Mädchen und die Spremberger Brautjungferntracht um 1900. „Die Reformation war Initialzündung für eine lange Entwicklung“, unterstrich Andrea Paulik. „Ohne die Schriftwerdung für Gottes Wort in sorbischer Muttersprache gäbe es heute keine Hochkultur, keine Lehrer, keine Pfarrer und keine Literaturentwicklung bei den Sorben.“

Mit der Buchlesung zum gleichnamigen Buch knüpfen wir am 25. Oktober an unsere Vereinsausfahrt an. Buchtipp: „Fünf Jahrhunderte. Die Sorben und die Reformation.“ hrsg. v. Jan Malink. Bautzen 2017. Domowina-Verlag. ISBN: 978-3-7420-2364-3. Preis: 19,90 Euro. Infos: www.sorbisches-museum.de.

Andreas Kirschke                    

 


 

Adliger Besuch in Lohsa - die Loebensteins

 Ausstellung 3

Rund 50 Nachfahren der Gutsherren-Familie von Loebenstein besuchten am 22. Juli Lohsa. Dabei entdeckten sie viele historische Spuren ihrer Familie – so diese Tafel im Zejler-Smoler-Haus in der Ausstellung zur Lohsaer Heimatgeschichte. Sie verweist auf Alexander Robert von Loebenstein (1811-1855). Weltoffen und vielseitig engagiert lebte er. Außer Gutsherr war er auch Kreisdeputierter, stellvertretender Landrat und Mitglied des landwirtschaftlichen Vereins Hoyerswerda. Mit ihm begann die Adelsgeschichte der Familie in Lohsa. Von ihm stammt das Wappen der Familie. Im Jahr 1836 kaufte er die Güter Lohsa und Mortka von Witwe Caroline von Muschwitz. Fortan lag sein Wohnsitz in Wartha und Lohsa. Der preußische König erhob ihn 1839 in den Adelsstand. Seine Leidenschaft galt der Ornithologie. Seine Sammlung umfasst 1070 Vogel-Präparate.

Ausstellung 1Rund 50 Nachfahren der Adels-Familie hören in der Ausstellung zur Lohsaer Heimatgeschiche sorgfältig zu und fragen nach. Lohsa ist eine der Stationen beim Tagesausflug zum Familientreffen der von Loebensteins. Insgesamt 120 Teilnehmer vereint es am Wochenende im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz. „Es sind Nachfahren des Guido von Loebenstein aus Niederkaina und des Friedrich von Loebenstein aus Lohsa, ebenso Nachfahren der Schwester von Friedrichs Frau – einer geborenen Frau von Muschwitz und spätere Frau von Lucke in Mückenhain bei Niesky,“ schildern Karin von Loebenstein (60) und Carola von Hoyos (58), die Organisatorinnen des Familientreffens.

„Bereits 2011 gab es ein Treffen. Jedoch im kleineren Rahmen. Wir wollten daran anknüpfen.“ Familienzusammenführung, so betonen sie, ist ganz wichtig. Dabei geht es ums Kennenlernen, um Wertschätzung für die Wurzeln und für die Vorfahren. Der Zusammenhalt der Familie ist stark. In ganz Deutschland, in Chile und in Ekuador leben Nachfahren der von Loebensteins. Sie tragen nach wie vor ihren adligen Namen. Landwirte, Teichwirte, Entwicklungshelfer, Ministeriumsmitarbeiter und sogar Diplomaten sind dabei. „Ich finde es wichtig, dass gerade die jungen Nachfahren sich kennen- und wertschätzen lernen. Sie sollen die Familientraditionen weiterführen. Sie sollen das Interesse füreinander und das Interesse für die Familiengeschichte weiterführen“, meint Karin von Loebenstein. Derzeit arbeitet sie als Entwicklungshelferin für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Ekuador. Dort engagiert sie sich vor allem für Naturschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Ihre Schwester Carola von Hoyos arbeitet als Physiotherapeutin in Hermannsburg bei Celle in Niedersachsen. Drei Stationen haben die beiden am Sonnabend organisiert. In Niederkaina bei Bautzen verweilen die Teilnehmer vor dem früheren Wohnhaus des Gutsbesitzers Friedrich Joachim von Loebenstein. In Wartha bei Königswartha geht es zum Wohnhaus und Sommersitz des Lohsaer Gutsherrn Friedrich von Loebenstein.

Kirche 2 In Lohsa besichtigen die Teilnehmer das Zejler-Smoler-Haus, die Evangelische Kirche, die Trauerhalle, den Friedhof und den früheren Standort des Schlosses. „Die Lohsaer Kirche hat beiderseitig je zwei Emporen. 1892 ließ sie Friedrich von Loebenstein mit Bibelsprüchen in deutscher und sorbischer Sprache bemalen“, schildert Günter Wenk, Mitglied des Fördervereins und des Gemeindekirchenrates, in der Evangelischen Kirche. Er weist auch auf das linke farbige große Bildfenster an der Ostseite hin. Es zeigt Motive der Kreuzigung Jesu, der Taufe und des Abendmahls. Unten steht die Widmung des damaligen Kirchenpatrons Friedrich Julius Hermann von Loebenstein (1855-1921). Wortwörtlich heißt es dort: „Der Kirchenpatron F. von Löbenstein u. Frau Marie geb. von Löbenstein ihrem Gotteshause gewidmet. Charfreitag 1900.“

Friedhof 1Auf dem Friedhof entdecken die Besucher den Grabstein des späteren Gutsherrn und Kirchenpatrons Friedrich Viktor Wilhelm Albert Robert von Loebenstein (1888-1944). Mit Lohsas Ortschronisten Heinz Menzel kommen sie ins Gespräch. Er zeigt ihnen die heutige Trauerhalle der Evangelischen Kirchengemeinde Lohsa – die frühere Gruft mit dem Wappen der Familie von Loebenstein. Immer wieder fragen die Nachfahren nach. „Der Familiensinn und die Familiengeschichte führen mich hierher“, sagt Christian von Loebenstein aus Santiago, der Hauptstadt Chiles. Der 56jährige ist Generalkonsul für Chile in der Stadt Frankfurt am Main. Für die heutigen von Loebensteins erforscht er als Familien-Genealoge die lange Geschichte der Vorfahren.

Friedhof 2Seit über 20 Jahren hält er Verbindung zu Lohsas Chronisten Heinz Menzel. „Ich habe den gesamten Stammbaum unserer Familie erforscht, ab 1730. Es sind acht Generationen. Rund 80 Personen gehören dazu“, erklärt er. „Vergleichsweise ist unsere Familie klein. Der größere Teil lebt heute in Chile. Das lag an der Auswanderung nach dem Zweiten Weltkrieg.“ Wie er staunt auch seine Frau Maria-Elena Malbrán (54) in Lohsa vor Ort. Sie staunt über die noch erhalten gebliebenen und gepflegten Spuren der Familie von Loebenstein. 2011 hat ihr Mann Christian in Chile im Selbstverlag die Familienchronik herausgegeben. Der Titel des 200seitigen Buches heißt „Die von Loebensteins. Chronik und Bilder.“ „Uns alle eint das hohe Interesse an der Familiengeschichte. Uns eint der Sinn für Tradition. Sonst wären wir nicht hier“, meint der Familien-Genealoge bei der Besichtigung in Lohsa vor Ort. Sein Bruder Dag von Loebenstein (58) ist begeistert. „Wir hatten zwar schon Familientreffen. Doch bislang war diese Geschichte eher mythisch und weit weg für uns“, meinen er und seine Frau Kitty (56). „Hier in Lohsa wird sie lebendig, konkret und anschaulich.“

Zu den ältesten Teilnehmern des Familientreffens gehörten Gisela von Loebenstein (87), Robert von Loebenstein (71) und Alice von Loebenstein (81) (v. li. n. re.).

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Im Zejler-Smoler-Haus erfuhren sie von der Weltoffenheit ihrer Vorfahren. Alexander Robert von Loebenstein zum Beispiel pflegte gute Kontakte zum Lohsaer Pfarrer, Dichter, Landwirt, Redakteur und Schulinspektor Handrij Zejler (1804-1872), der seit 1835 Pfarrer in Lohsa war. „Zejler war ein sehr geselliger Mensch. Er wurde gern von Alexander von Loebenstein eingeladen“, schildert Reinhardt Schneider den Gästen.

Ein gutes Fazit zieht der Vorsitzende des Fördervereins Zejler-Smolerhaus Lohsa e.V. nach dem Besuch. Die Offenheit und das hohe Interesse der Loebenstein-Nachfahren habe ihn begeistert. „Die Ortsgeschichte Lohsas ist sehr stark mit der Geschichte der Familie von Loebenstein verflochten. In unserer Ausstellung zur Heimatgeschichte gibt es viele Hinweise – so zum Schloss und zum Lohsaer Gut, zum Schlosspark und zum Leben und Wirken des Gutsherren Alexander Robert von Loebenstein."

Andreas Kirschke

 


 

 Besuch bei den Krabatfestspielen 2017 in Schwarzkollm

 Krabat 3

Vereinsmitglieder, Angehörige und Freunde sahen am 29. Juni die Aufführung zu den Krabatfestspielen in Schwarzkollm.

Sie fand trotz strömenden Regens statt.

 

 

 

 

 

 

 Krabat 2

 

Am Ende gab es dankbaren langen Beifall.

Allen Schauspielern (ob Profis oder Laien), allen ehrenamtlichen Kräften vor Ort,

allen Organisatoren und den tapferen Zuschauer gilt ein herzliches Dankeschön.

 

 

 

 

Andreas Kirschke


 

Eine Gedenkstunde in Lohsa ehrte am 21. Mai den sorbischen Komponisten Jan Paul Nagel anlässlich seines 20. Todestages

21.5. Vokalensemle 2Kraftvoll sang das Vokalensemble „Klangwerkstatt Dresden – Vox sorabica“. Unter Leitung des Dirigenten Gabriele Doná erklang in der Lohsaer Evangelischen Kirche Jan Paul Nagels niedersorbisches Volkslied „Buźćo wjasołe, muzikanty pśidu“ (Habt nun frohen Mut, Musikanten kommen). Damit eröffnete  das Vokalensemble die Gedenkstunde zu Ehren des Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997) an seinem 20. Todestag. Zahlreiche Besucher aus nah und fern waren gekommen. Sie folgten der Einladung des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., des ENA-Musikverlages Liana Bertók Bautzen und der Evangelischen Kirchengemeinde Lohsa.

Pfarrer Gnüchtel begrüßte die Künstler und die Gäste, Günter Wenk hielt die ehrende Gedächtnisrede.

  21.5. Eröffnung Gnüchtel 21.5. Günter Wenk

„Jan Paul Nagel gehört zu den produktivsten Komponisten der zeitgenössischen sorbischen Musik. Zu seinem weiten Spektrum an Werken, circa 400, zählen unter anderem Sinfonien, Kammermusik in verschiedenen Besetzungen, Orgelkompositio­nen, Vokalmusik und eine Oper. Er prägte die sorbische Musik des 20. Jahrhunderts nachhaltig“, unter­strich Günter Wenk, Mitglied des Gemeindekirchenrates und des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. In seiner Gedenk­rede erinnerte er an Jan Paul Nagels musikalische Entwicklung. Ein vererbtes Klavier sollte dessen Leben bestimmen. Sein erster Klavierlehrer war der Lohsaer Pastor Vogel, später Alfred Schöbitz, ein schlesischer Lehrer. Als 14jähriger lernte Jan Paul Nagel in der Kirchenmusikschule Görlitz. Die leitete damals Kirchenmusik­direktor Eberhard Wenzel. In dieser Zeit war er Kantor in der Lohsaer Kirche. 1950 eröffnet er dort an der Orgel den Sorbischen Evangelischen Kirchentag. Nach dem Abitur in Bautzen war er kurze Zeit Junglehrer an der Sorbischen Oberschule Cottbus. In Berlin an der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ studierte er Musik. Zwei Jahre war er Chordirektor am heutigen Sorbischen National­ensemble und Meisterschüler bei Rudolf Wagner-Regeny an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin. Fortan wirkte er als freischaffender Komponist. „In der Gemein­samkeit mit ihm erkannte ich, dass er ein universelles Allgemeinwissen besaß“, würdigte Günter Wenk den Komponisten. „Sein politischer und gesellschaftlicher Weitblick haben auch mir für mein Leben sehr viel gegeben. Seine Ehrlichkeit, seine Einfachheit und sein Stil taten immer gut.“ Jan Paul Nagel, so betonte er, war ein Komponist mit starken Wurzeln, mit Weitblick und mit Visionen. 13 Monate wirkte er als Vorsitzender die Domowina. Er setzte sich für die Akzeptanz der Sorben in Deutschland ein. Auf seine Idee hin entstand die Stiftung für das sorbische Volk. 1991 in der Lohsaer Kirche unterzeichneten Vertreter des Bundes und der Länder Sachsen und Brandenburg die Gründungsurkunde. Dank der Stiftung besteht heute eine organisierte, wirtschaftlich gesicherte Existenz der sorbischen Kultur-Institutionen. „Von Jan Paul Nagels Wirken und seinen Verdien­sten in dieser Zeit und in diesem Zusammenhang wird leider nicht mehr sehr oft gesprochen“, meinte Günter Wenk und fügte hinzu: „Wir sind dankbar dafür, dass er mit uns war und dass er uns so viel Schönes und Wertvolles hinterlassen hat.“

21.5.Ulrike Scheytt 1 21.5. Anett Baumann

  Nagels „Variationen über eine alte sorbische Georgslegende“ und „Variationen über ein sorbisches Marienlied“ spielte Ulrike Scheytt, Regionalkantorin der Evangelischen Kirche Schlesische Oberlausitz, an der Orgel. Anett Baumann an der Violine bot Auszüge aus Johann Sebastian Bachs „Partita in E-Dur“ dar.

21.5 Liana BertokLiana Bertók stellte die neue CD „Jan Paul Nagel. Kammermusik und Lieder“ vor, die zu diesem Tag in Zusammenarbeit der "Konsonanz Musikagentur Bautzen", mit der Stiftung für das sorbische Volk und dem rbb in Berlin  erschienen ist. Sie enthält zehn Lieder aus dem Lohsaer Liederbuch, zehn sorbische Tänze für Streichquartett und die Sonate für Violine und Klavier. Der Chor „Klangwerkstatt Dresden – Vox sorabica“ mit Dirigent Gabriele Doná, das Neue Vlach-Quartett Prag, Anett Baumann (Violine) und Liana Bertók (Klavier) musizieren die einzelnen Werke.

„Ich lernte Jan Paul Nagel Anfang der 1980er Jahre kennen. Seit dieser Zeit studierte ich seine Werke und stellte alle seine Kompositionen für Klavier vor. Die Freundschaft mit ihm hat mich geformt“, unterstrich Liana Bertók zur Vorstellung der CD und dankte herzlich allen Beteiligten und Unterstützern. Zu ihnen gehörte Dr. Fabian Kaulfürst vom Sorbischen Institut. Ihm oblag die sorgfältige Pflege der Aussprache. Sie war unverzichtbar für das Gelingen der CD. „Wie viele andere Sorben litt auch Jan Paul Nagel unter den problematischen Auswirkungen des Braunkohlenbergbaus auf die gegenwärtige und historische Situation der Sorben“, erläuterte Liana Bertók. „Die Abbaggerung von sorbischen Dörfern war auch mit Identitäts- und Kulturverlust verbunden.“ Jan Paul Nagel kämpfte als Komponist dagegen an. Er betrieb Feldforschung über das sorbische Volkslied. Er begeisterte sich für die Lohsaer Volkslieder. Ihn faszinierten die originellen Volksweisen.

Gemeinsam gingen dann Künstler und Publikum zum Grab Jan Paul Nagels; es erklang, gesungen vom Vokalensemble, Nagels "Strowa sy Marija", Gebinde wurden niedergelegt. Schweigend ehrten alle den vor 20 Jahren Verstorbenden.

21.5. Ave Maria 221.5. Ehrung am Grab

„Ich hoffe, dass all seine Kompositionen weiter leben, weiter erklingen und weiter gepflegt werden“, sagte Liana Bertók im Interview. „Sehr wünschen würde ich mir, dass seine einzige Oper ´Wodźan´ (Der Wasser­mann) eines Tages als sorbische Nationaloper uraufgeführt wird.“ Für den Dirigenten Gabriele Doná lebt Jan Paul Nagel weiter vor allem dank seiner authentischer Pflege des sorbischen Volksliedes. Dankbar ist er für die hohe Bereitschaft der Sängerinnen des Vokalensembles „Klangwerkstatt Dresden – Vox sorabica“, Jan Paul Nagels ober- und niedersorbische Lieder zu lernen. Was vom Komponisten bleibt für die Zukunft und für die Nachwelt? „Die Ursprünglichkeit, die Echtheit, die Authentizität der sorbischen Kultur“, unterstrich Dirigent Gabriele Doná. „Es bleibt die Treue zum sorbischen musikalischen Duktus"

21.5. Grabplatte

Die neue CD „Jan Pawoł Nagel. Komorna hudźba a spěwy. Jan Paul Nagel. Kammermusik und Lieder“ kostet 14,90 Euro. Erhältlich ist sie im Zejler-Smoler-Haus Lohsa, in der Smolerschen Verlagsbuchhandlung Bautzen und der Sorbischen Kulturinformation Bautzen und Cottbus.

Andreas Kirschke

Fotos: Kirschke


 

Auf den Spuren Lohsaer Geschichte

Senioren der Evangelischen Kirchengemeinde Wittichenau waren zu Gast

27.4. ZSH 1Senioren des „Forell-Treffs 65“ der Evangelischen Kirchengemeinde Wittichenau besuchten am 27.4. Lohsa. Dabei erfuhren sie Näheres zur Geschichte der Kirche. Sie lernten auch den Lehrpfad „Lebensstationen des Pfarrers und Dichters Handrij Zejler“ kennen. Im Zejler-Smoler-Haus besichtigten sie die Dauerausstellungen über Leben und Wirken bedeutender Lohsaer Persönlichkeiten wie Pfarrer, Dichter, Landwirt und Schulinspektor Handrij Zejler (1804-1872), Verleger und Volkskundler Jan Arnošt Smoler (1816-1884) und Komponist Korla Awgust Kocor (1822-1904) sowie die sorgfältig überarbeitete Dauerausstellung zur Lohsaer Heimatgeschichte.

27.4.ZSH 4

Sie besichtigten auch die am 28. März eröffnete aktuelle Sonderausstellung „Kleine Künstler stellen aus“ – geschaffen von der Grundschule „Am Knappensee“ Groß Särchen. Noch bis 31. Mai ist diese Ausstellung im Zejler-Smoler-Haus montags und donnerstags von 10-12 Uhr und 13-17 Uhr zu sehen.

                                                                       27.4. Kirche

Günter Wenk, Mitglied des Gemeindekirchenrates, zeigte den Wittichenauer Gästen die Kirche. Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., erläuterte die ständige Ausstellung zur Lohsaer Heimatgeschichte.

 

 

 

 

Andreas Kirschke

 


Eröffnung der neu gestalteten Dauerausstellung zur Heimatgeschichte der Gemeinde Lohsa

am Dienstag, dem 11. April 2017 um 16.30 Uhr

Schwerpunkte der Ausstellung: 100 Jahre Bergbau in Lohsa

                                              Die abgebaggerten Orte und Ortsteile um Lohsa

                                              Schlösser und Gutswirtschten in und um Lohsa

                                              ArchäologischeAusgrabungen bei Weißkollm

                                              Heimische Bodenschätze

11.4. a

Der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. eröffnete am 11. April die überarbeitete Ausstellung zur Heimatgeschichte. Vorsitzender Reinhardt Schneider erläuterte die Inhalte. Die sorgfältige detaillierte Überarbeitung gelang dank Unterstützung durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen, des Museums der Westlausitz Kamenz und von Geschichtsinteressierten, Heimatfreunden, Einrichtungen  und Handwerkern. Ihnen allen gilt herzlicher Dank.

11.4. d

Eine dreiteilige Fahne versetzte in Erstaunen. Sie erinnerte an den Radfahrerverein „Frohe Fahrt“ für Lohsa und Umgebung. Eine Wid-mung vom 27. April 1924 nannte den Ehrenvorsitzenden Georg Scholze, Mühlenbesitzer in Litschen. Der Mittelteil der Fahne zeigte das Ver-einswappen. In den sorbischen Farben blau-rot-weiß gehalten war der dritte Teil. Er vermerkte eine Widmung durch den ebenfalls in Lohsa aktiven Sorbischen Verein „Handrij Zejler“. „Die Fahne hat eine lange Geschichte“, sagte Peter Leinert, der mit seiner Mutter Elisabeth Leinert die Fahne aufwendig auf eigene Kosten restaurieren ließ. Als Dauerleihgabe überlässt er sie jetzt dem Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Dienstag gehörte er zu den ersten Besuchern der neu eröffneten, sorgfältig überarbeiteten Ausstellung zur Lohsaer Heimatgeschichte. Auch Bürgermeister Thomas Leberecht und einige interessierte Gemeinderäte waren gekommen.

11.4. c

„Diese Fahne von 1924 zeigt, dass das sorbische Leben in Lohsa sehr intensiv war“, erläuterte Vorsitzender Reinhardt Schneider. „Der Verein Handrij Zejler war bei Gründung der Domowina 1912 in Hoyerswerda der größte Mitgliederverein.“

Immensen Aufwand hatte die Überarbeitung der Heimatausstellung verlangt. Zuvor bot sie eine Vielfalt ohne Ordnung. Es mussten immer wieder neue Exponate eingegliedert werden, deshalb wurde eine Straffung und neue Übersichtlichkeit notwendig. Der Förderverein erstellte ein neues Ausstellungskonzept. Finanzielle Unterstützung für das Projekt kam von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Es wurde eine Fördersumme von 3000 Euro mit 20 Prozent Eigenanteil bewilligt. Davon wurden eine Wandvitrine, eine Fahnenvitrine, drei Podeste, neues Trägermaterial, Layout und Druck der Ausstellungstafeln an den Wänden sowie der Druck eines Flyers finanziert. Alle weiteren Leistungen erbrachten die Vereinsmitglieder.

11.4. bDank Olaf Zinke vom Museum der Westlausitz Kamenz gelang die Neugestaltung der Tafeln. Zumindest die Überschriften der Inhalte darauf sind in Deutsch und in Sorbisch vermerkt.

Reinhardt Schneider wandte sich auch an die Gemeinderäte. Er verwies auf die nötige Sanierung der Fassade des Zejler-Smoler-Hauses. Der Vorsitzende hofft auf Unterstützung bei der Lösung der Probleme. „Außerdem wollen wir notwendige Maßnahmen zur Werbung und Modernisierung im Haus vornehmen“, unterstrich er im Rechenschaftsbericht. „Dazu wollen wir eine Förderung des Kulturraumes Oberlausitz-Niederschlesien beantragen.“ Auch hier hofft der Verein auf Unterstützung. Der Vorsitzende bat zudem die Einwohner, auch künftig tatkräftig und vielfältig mit Exponaten, Bildern und Dokumenten für die einzelnen Ausstellungen im Haus zu unterstützen. „Unser Zejler-Smoler-Haus lebt durch die Initiative der Bürger und der Gemeinde“, bekräftigte der Vorsitzende.

In der darauf folgenden Jahreshauptversammlung blickte der Verein auf ein intensives Jahr 2016 zurück. Die Veranstaltungen und Ausstellungen waren in der Mehrzahl sehr gut angenommen worden. Der Besuch reichte vom Kindergarten Lohsa über Mitglieder des Vereins Sorbischer Kulturtourismus, über einige Sorbenbeauftragte aus Kommunen, Teilnehmer des Internationalen Sorbisch-Kurses des Sorbischen Instituts in Bautzen bis zur Visite durch die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, des Landrats Michael Harig und des Kulturraum-Sekretärs Joachim Mühle.

Die Diskussion zum Rechenschaftsbericht zeigte: Nach wie vor ist die Nachwuchs-Suche dringendste Aufgabe für den Verein. Verstärken will er zudem die Außenwerbung am Haus. Hier kamen erste originelle Vorschläge und Anregungen. Gedanken sollen sich die Mitglieder und Freunde über künftige Themen der Weihnachtsausstellung machen. „Schön ist, wenn sich die Lohsaer weiter mit ihren Beiträgen bei den Ausstellungen einbringen“, regte Vorstandsmitglied Edith Kraus an. „Das gibt es nicht überall. Das sollten wir uns für die Zukunft bewahren.“

Höhepunkte 2017 des Vereins in diesem Jahr werden sein:

am 21. Mai um 15 Uhr Gedenk-Konzert in der Lohsaer Evangelischen Kirche zum 20. Todestag des Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997);

am 25. Oktober um 18 Uhr im Zejler-Smoler-Haus Lesung mit Superintendent Jan Malink zum Buch „Fünf Jahrhunderte. Die Sorben und die Reformation“;

am 3. Dezember Eröffnung der Weihnachtsausstellung im Zejler-Smoler-Haus zum Thema „Teddybären“.

 Andreas Kirschke

Kleine Künstler stellen aus:

Schülergalerie

Sie haben die Möglichkeit, Arbeiten, die im Kunstunterricht und in den Arbeitsgemeinschaften entstanden sind, im Zejler-Smoler-Haus zu bestaunen.

Eröffnung: Dienstag, 28.03.2017 um 17 Uhr

Es laden herzlich ein:
Förderverein Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V. und Grundschule "Am Knappensee" Groß Särchen

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Kleine Kunstwerke voller Farbenfreude

Die Galerie „Kleine Künstler stellen aus“ wurde am 28. März im Zejler-Smoler-Haus eröffnet. Die Grundschule Groß Särchen stellt darin Schülerarbeiten aus den Fächern Kunst, Deutsch und Werken sowie aus dem Ganztagsangebot „Kreatives Gestalten“ aus. „Alle Werke entstanden seit Schuljahresbeginn im Laufe der vergangenen Monate – orientiert am Lehrplan, an den Jahreszeiten und an den Höhepunkten in unserer Schule“, erklärt Karola Callies. Sie unterrichtet in diesem Schuljahr Kunsterziehung in den 2. und 4. Klassen, Kollegin Kerstin Töppel derzeit in den 1. und 3. Klassen. Gemeinsam regten sie die Ausstellung an.

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„Viele unserer Kinder malen, zeichnen und gestalten mit Leidenschaft. Dank der Ausstellung können sie ihre Stärken und Talente einer breiten Öffentlichkeit zeigen“, sagt Karola Callies. „Sie haben Erfolgserlebnisse, erfahren Bestätigung. So ein Gestaltungsprozess kann unglaublich spannend sein. Denn eigentlich wachsen erst während der Arbeitsphase die entscheidenden Ideen und Details.“ Der Lehrplan gibt die Arbeitsbereiche vor, wie zum Beispiel „Flächiges Gestalten“ oder „Körperhaft-räumliches Gestalten“. Er empfiehlt Techniken oder Materialien. Der Lehrer leitet ein entsprechendes Thema und die Ziele ab. Die  Umsetzung lässt den Schülern viel Raum für eigene Kreativität. Sie erwerben Eigenschaften wie Ausdauer, Fleiß, Zielstrebigkeit und Sozialkompetenz, sie trainieren die Zeiteinteilung und agieren dabei zunehmend selbstständiger.

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Fotos: Kirschke

 


 

 Sorbisch-Schüler aus Wittichenau zu Gast

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Sorbisch-Schüler der 6. bis 9. Klassen der Korla-Awgust-Kocor-Oberschule Wittichenau besuchten Lohsa Anfang Februar. In zwei kleinen Gruppen kamen sie am 1. und 2. Februar. In Lohsa besichtigten sie das Handrij-Zejler-Denkmal, das Handrij-Zejler-Grab und die Kirche. Danach lernten sie das Zejler-Smoler-Haus näher kennen.

 

 

 

Sorb.Schüler 2

Sie besichtigten die Dauerausstellungen über bedeutende Lohsaer Persönlichkeiten, über Handrij Zejler, Jan Arnost Smoler und Korla Awgust Kocor sowie die Dauerausstellung zur Lohsaer Heimatgeschichte und Bergbaugeschichte. Sie verweilten ebenso in unserer Weihnachtsausstellung zum Thema Pulsnitzer Pfefferkuchen. Viel Wissenswertes konnten sie bei ihrem Besuch lernen. Zustande kam er durch Schulleiterin und Sorbisch-Lehrerin Ines Lesche.

Andreas Kirschke.

 

Auf der Walz bis nach Paraguay unterwegs

Franz Zschornack aus Crostwitz war drei Jahre lang Wandergeselle

 Gesellen aus insgesamt 34 Berufen ziehen heute auf die Walz. Franz Zschornacks Wanderschaft dauerte von November 2009 bis November 2012.  "Du gehst auf Reisen, um zu arbeiten. Du gehst arbeiten, um zu reisen. Arbeiten sollst du möglichst in deinem Beruf oder das, was dir Spaß macht“, sagte Franz Zschornack beim zehnten Sorbischen Abend des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. am 10. Februar 2017. Weit über 40 Zuhörer waren gekommen.

Franz mit Bild, Schneider

 

Franz zeigt Bilder von seiner Walz. Foto: Schneider
 
 
 
 
 
 
Franz zeigt den schweren Gepäcksack, der alles Nötige enthält. Foto: Bläsche

Franz mit Gepäck,, Sven Bläsche

Schwarze geputzte Stiefel, graue Hose, weißes Hemd mit schwarzer Krawatte, Weste, schwarzes Jackett und Zylinder - das trägt der Wandergeselle. 

Im Bündel verstaut sind Arbeitskluft, Unterwäsche und Schlafsack. Hinzu kommt der Wanderstock – der Stenz. Unter 30 Jahre jung müssen Wandergesellen sein, ledig und ohne Kinder, schuldenfrei und vorstrafenfrei. Die Walz dauert mindestens drei Jahre und einen Tag. Nur zu Fuß oder per Anhalter darf der Wandergeselle reisen. An eigenes Handy, Motorrad und Auto ist nicht zu denken. Keinen Feiertag und keinen Geburtstag darf der Wandergeselle zu Hause verbringen. Der Heimat darf er sich höchstens auf 50 Kilometer nähern.

„Wir verhalten uns ehrbar und rechtschaffen. Wir verhalten uns so, dass jeder Wandergeselle, der nach uns kommt, willkommen ist.“

Eigentlich wollte er Schmied werden, liegt doch diese Berufstradition in der Familie. Seit 1936 führte Großvater Paul Knopp die Crostwitzer Schmiede. Später übernahm sie Franz Zschornacks Vater Benno. Frühzeitig lernte Franz, mit Metall zu arbeiten. Eingangs- und Hoftore entstanden damals. 1994, beim Umbau des Elternhauses, bauten Vater und Sohn eine Haustreppe aus Metall. Franz Zschornack lernte nach der Schule Konstruktionsmechaniker für Metall- und Schiffbau. Drei Jahre arbeitete er danach in der Praxis bei der Metallbau-Firma Ziegler nahe Piskowitz.

2009 reifte sein Entschluss für die Walz. Er nahm Kontakt zur „Gesellschaft der rechtschaffen fremden und einheimischen Maurer und Steinhauergesellen“ auf. Es ist die deutschlandweit älteste Gesellschaft für Wandergesellen. Berufe wie Maurer, Steinmetze, Bauschlosser und Schmiede vereint sie. Über ein soziales Projekt des Kinderzirkus Ubuntu fand Franz Zschornack Kontakt. In einer Sommerbaustelle 2009 in Itzehoe (Schleswig-Holstein) entstand eine Manege mit Holzpavillon. Hier arbeitete er mit.

Auf Empfehlung dieser Gesellschaft startete er seine Walz im November 2009 in Erfurt. Das erste Jahr führte sie ihn quer durch Deutschland, Dänemark, Schweiz und Österreich. Danach ging es durch Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Türkei, Niederlande und sogar nach Brasilien, Paraguay und Argentinien.

Manchen Rückschlag musste er verkraften. So versäumte ein Schweizer Arbeitgeber Franz Zschornacks Anmeldung. „Ich bekam Post von der Zollbehörde. Nun hatte ich zwei Jahre Strafe auf Bewährung am Hals…“. Zwei Mal ging ihm sein Wanderstock unverhofft verloren. Nach einem Fahrradsturz musste er wegen angebrochener Schulter ins Krankenhaus in der Schweiz. Unterwegs erlebte er auch eine schwere Erkältung, zudem anstrengende Arbeit bei Gluthitze im Sommer und bei Eiseskälte im Winter. „Manchmal fragte ich tagelang vergeblich nach Arbeit in Betrieben“. Trotzdem dachte er nie ans Aufgeben.Franz mit Publikum

Franz demonstriert seine Walz. Foto: Kirschke

In Paraguay begleiteten ihn die beiden Wandergesellen Tischler Fabian und Zimmerer Eric. In Villa Rica, rund drei Stunden südlich der Hauptstand Asunción, erneuerten sie im Hotel „Sport-Camping“ die Dächer. Sie reparierten die Baderutsche. Und mit nur wenig Werkzeug und Material bauten sie sogar einen Brunnen. „Solche Kontakte ermöglicht das Handwerk. Es ist immer ein Geben und Nehmen“, schilderte Franz Zschornack anschaulich, spaßig und mit vielen Fotos. Noch nicht oft wurde bei einem Vortrag im Zejler-Smoler-Haus so viel gelacht wie an diesem Freitagabend.

In der Schweiz war Zschornack  mehrere Wochen im Dorf Ursada. Es liegt in über 1500 Meter Höhe. „Atemberaubend. Nur Berge“, erzählte er begeistert. In der kleinen Dorfschmiede mit Rundgewölbe ging er dem Schmied zur Hand. Dort konnte er viel lernen. Dort konnte er auch selbst Erlerntes weitergeben. In Rumänien schuf er in Sibiu (früher Hermannstadt) in Siebenbürgen mit anderen Gesellen eine elfstufige Barocktreppe für das Gemeindehaus der Evangelischen Kirche. Für eine Gaststätte schmiedete er eine Reklametafel. Bei all dem hielt er stets Verbindung zur Familie. Freudentränen flossen in Crostwitz bei seiner Rückkehr 2012. „Ich habe gelernt, mein Handwerk zu schätzen“, fasste Franz Zschornack zusammen. „Viele haben unterwegs auf mich aufgepasst. Und ich habe auf andere aufgepasst.“ Inzwischen hat er die Meisterprüfung als Metallbauer bestanden und geheiratet. Eines Tages will er die Schmiede seines Vaters weiterführen. 

Wanderjahre

 Einzelheiten seiner Zeit als Wandergeselle sind im Buch „Franz im Glück“ näher beschrieben. „Ich habe es mit Begeisterung gelesen“, meinte Besucher Alois Retschke aus Laußnitz, selbst Sorbe und aufgewachsen in Camina bei Radibor. „Es gehört viel Mut dazu, drei Jahre loszuziehen und alles zurückzulassen. Es ist gut, dass Franz Zschornack seine Erfahrungen weitergibt.“

"Herzerfrischend" fand Bärbel Kriens aus Hoyerswerda den Vortrag. Vor allem Franz Zschornacks Bodenständigkeit und Familienliebe gefallen ihr. Mit ihrem Mann Richard hat sie das Buch „Franz im Glück“ schon in Auszügen gelesen. Jetzt wollen sie es vollständig lesen.Richard Kriens Urgroßvater Gottlieb Kriens zog 1840 auf die Walz. Er war gelernter Wasser-Müller und später Wind-Müller im Barnim bei Berlin. Seinen Wanderpass gibt es noch. Er gab das Dokument Franz Zschornack. Der will es jetzt an kompetenter Stelle zum Aufbewahren und Entschlüsseln der Inhalte weiterreichen.

Buchtipp: Franz Zschornack mit Rainer Schäfer: „Franz im Glück. Meine Wanderjahre auf der Walz“.
Lübbe-Verlag Köln 2015. ISBN-Nummer:978-3-7857-2533-7. Preis: 14,99 Euro.

Franz mit Krain

 
 
Richard Kriens übergibt Franz Zschornack das Wanderbuch seines Urgroßvaters. Foto: Kirscke

 

 

 

 

 

Andreas Kirschke

 


Unsere Veranstaltungen 2016


Pulsnitzer Pfefferkuchen - Eröffnung der Weihnachtsausstellung

am 27. November 2016 im Zejler-Smoler-Haus Lohsa

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Ein Pfefferkuchenhaus erfreut den Besucher. Davor wartet Gretel auf Hänsel. Liebevoll ist das Haus dekoriert mit Fichtenzweigen, Bildern und Pfefferkuchen. Aus Styroporplatten, Holzlatten und Zubehör bestehen Wände und Dach. „Hänsel und Gretel gehören dazu“, meinen Veronika Sauer, Angelika Hammerschmidt, Edith Krautz und Gabriele Knothe vom Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Seit ihrer Kindheit verbinden sie Pfefferkuchen mit diesem Märchen. Liebevoll haben sie das Häuschen aufgebaut und dekoriert. Es gehört zur diesjährigen Weihnachtsausstellung „Pulsnitzer Pfefferkuchen“ im Zejler-Smoler-Haus. Dank zahlreicher Leihgaben der "Kultur- und Tourismus Pulsnitz GmbH" mit Museum und Pfefferkuchen-Schauwerkstatt wurde sie möglich. Am 27. November um 14.30 Uhr wurde sie eröffnet, ca. 30 Besucher nahmen teil, bei weihnachtlicher Musik, Kaffee, Stollen und Pfefferkuchen und einem kleinen weihnachtlichen Programm - Geschichten und Gedichte über Pfefferkuchen.

Und mit der "Hexe aus Riegel"!  Hexe2

„Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftswerk“, verdeutlichen die Frauen. Sabine und Siegmar Schubert vom Pulsnitzer Museum hatten für die vielfältige Auswahl der Materialien gesorgt, Jürgen Knothe und Hildebrand Sauer beim Transport geholfen. Reinhardt Schneider und Dietmar Styschke holten mit der serbischen Fichte den passenden Weihnachtsbaum in die Ausstellung. „Pfefferkuchen und Pulsnitz – das gehört zusammen“, meint Angelika Hammerschmidt. Gern erinnert sie sich an früher. Oft buk sie mit den Eltern zur Weihnachtszeit Pfefferkuchen-Plätzchen. Die jetzige Weihnachtsausstellung soll zum Backen und zum Schmecken einladen, an die Originalrezepte für Pfefferkuchen erinnern, für die Originalzubereitung sensibilisieren. Und es gibt ja nicht nur den berühmten Nürnberger Pfefferkuchen! Noch neun Pfefferküchler-Betriebe pflegen die Tradition bis heute in Pulsnitz.

Bilder Pulsnitz

Die Ausstellung zeigt historische Fotos von ihrem Alltag. Ein Gesellenbrief für Pfefferküchler Wilhelm Werner aus Wölfelsgrund Kreis Habelschwert (Niederschlesien) stammt von 1913. Gedruckte und von Hand geschriebene originale historische Back- und Kochbücher zeigen einige Pfefferkuchen-Rezepte. In der Holzschrage (dem Backregal) duften Pfefferkuchen.

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„Seinen Ursprung hat der Pfefferkuchen im Honigkuchen, einem der ältesten Süßgebäcke der Menschheit“, vermerkt die Ausstellung. „Archäologen entdeckten in ägyptischen Grabkammern aus der Zeit  um 2220-2157 vor Christus runde Kupferschalen, die Honigkuchen enthielten. Das waren feine lockere Honigfladen, gewürzt mit Sesam und Datteln. In Europa sind Leb-, Honig- oder Pfefferkuchen seit dem 13. Jahr-hundert in aller Munde.“ Im schlesischen Schweidnitz (heute Šwidnica in Polen) bestand schon 1293 eine Pfefferküchlerei. In den Küchen der dortigen Klöster fügten die Mönche den lange gelagerten Honigteigen feinste exotische Gewürze – im Mittelalter kurz „Pfeffer“ genannt – hinzu. Vermutlich geht darauf die Tradition der Pulsnitzer Pfefferkuchen zurück. Nachweislich besteht sie seit 1558. Damals erlaubte Schlossherr von Schlieben den Pulsnitzer Bäckern erstmals, außer Brot auch Pfefferkuchen zu backen.

Die Lohsaer Weihnachtsausstellung verdeutlicht die aufwendige Zubereitung. Grundteig wird zunächst mit Zuckerrübensirup versetzt. Charakteristisch für Pulsnitzer Pfefferkuchen ist die wochenlange Lagerung in dunklen, kühlen, trockenen Räumen. Erst dann erreicht der Grundteig die notwendige Reife zur Weiterverarbeitung. Nach dem Lagern entsteht der Backteig in der sogenannten Teigbreche. „Dabei kommt es vor allem auf die Gewürzmischung und die Triebzugabe an“, vermerkt die Aus-stellung. Zu den gebräuchlichsten Gewürzen gehören Zimt, Koriander, Kardamom, Nelken, Muskat, Muskatblüte, Ingwer und mitunter Fenchel. Hirschhornsalz und Pottasche kommen erst kurz vor Aufarbeitung des Teigs hinzu. „Wichtig ist es, die Triebmittel getrennt zuzusetzen“, erläutert die Ausstellung. Sie zeigt eine Teigbreche von 1918. Diese Maschine, auch Misch- und Knetmaschine genannt, ist Herzstück jeder Pfefferküchlerei. Sie dient zur Herstellung von Grund-, Lager- und Back-Teig. Die Teigmaschine soll die Muskelkraft ersetzen. Denn Sirup- und Honigteige sind schwere und zähe Teige. Die Pulsnitzer Pfefferküchler verwenden noch heute ähnliche Maschinen.

Dosen

Die Ausstellung zeigt historische Dosen und Verpackungen, Ausstechformen, Holzkübel, Holzmodel und weitere Exponate. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung aus Pulsnitz“, unterstreicht Veronika Sauer.

 „Die Weihnachtsausstellung ist  erfahrungsgemäß unsere am meisten besuchte Ausstellung im Haus. Gerade sie erreicht ein vielfältiges Publikum“, sagt Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. „Zugleich ist die Weihnachtsausstellung der Abschluss unserer monatlichen Veranstaltungen.“

 

Die Weihnachtsausstellung „Pulsnitzer Pfefferkuchen“ ist bis Ende Februar im Zejler-Smoler-Haus zu sehen. Öffnungszeiten montags und donnerstags 10-12 Uhr und 13-17 Uhr sowie zum Lohsaer Weihnachtsmarkt am 10. Dezember 13-18 Uhr und nach Voranmeldung unter 03 57 24/5 02 56. Nachfragen für Projekte im Januar und Februar sind noch möglich. Kontakt: Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., Am Markt 7, 02999 Lohsa, e-mail: zejlersmoler.haus@web.de, Telefon: 03 57 24/5 02 56

Andreas Kirschke

 


 

           Herzlichen Glückwunsch!

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Mit einem Festakt ehrte die Domowina am 14. 10. 2016 im Saal des Hauses der Sorben in Bautzen verdienstvolle Domowina- Mitglieder.


Aus den Händen des Bundesvorsitzenden David Statnik erhielt unser Vereinsmitglied Andreas Kirschke für seine besonderen Leistungen zur Pflege der sorbischen Sprache und Kultur das Ehrenzeichen der Domowina überreicht.
Die Mitglieder des Fördervereins gratulieren ganz herzlich zu dieser Auszeichnung.


            Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Vereins

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 Multi-Media-Show 2016 in Namibia -

 „5000 km Safari durch Süd-West-Afrika“

Reiseimpressionen von und mit Herrn Wilfrid Sauer

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Anhand von Lichtbildern, Ausstellungsstücken, Büchern und Fotoalben konnten die ca. 30 Besucher dem humorvoll gestalteten Vortrag Herrn Sauers gespannt und oft erheitert folgen.

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Da gab es Bilder aus Namibias reichhaltiger Tier- und Pflanzenwelt zu sehen, Aufnahmen von Gebäuden und Denkmälern aus der deutschen Kolonialzeit, Bilder von Ureinwohnern.

 

 

 

 

 

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Interessiert betrachteten die Besucher nach dem Vortrag die ausgestellten Gegenstände.

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Brezan

 

Buchlesung im Zejler-Smoler-Haus am 7.Oktober 2016

 Professor Dietrich Scholze stellte die Biographie

 Jurij Brězans vor.

Jurij Brězan (1916-2006) gehörte zu den produktivsten Schriftstellern in der DDR. Er war der einflussreichste sorbische Literat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein erstes deutschsprachiges Buch 1951, „Auf dem Rain wächst Korn“, legte den Grundstein zur Zweisprachigkeit heutiger moderner sorbischer Literatur. Mit der Vorstellung des Buches „Jurij Brězan. Leben und Werk“ erinnerten Freitag der Domowina-Verlag und der Förderverein "Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus" an den Schriftsteller. Es ist die erste Biographie über ihn.

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Brězan pflegte einen festen Arbeitsrhythmus. Vier Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags schrieb er. Und das stets mit Kugelschreiber auf liniertem DIN-A4-Block. „Sonntagmorgenarbeit gibt es häufig. Nachtschichten nie. Während der Arbeitszeit besteht absolutes Alkoholverbot, Rauchen ist so lange erlaubt, wie ich mich selbst noch sehen kann“, zitierte Professor Dietrich Scholze  den Autor.  In der DDR erreichte Jurij Brězan eine Auflage von rund drei Millionen Büchern. „Im Sorbischen mögen es einige -zigtausend gewesen sein“, sagte Dietrich Scholze.

Bis ins hohe Alter war er hochproduktiv. Gern hätte er seine Erzählung ´Der alte Mann und das enge Weite´ noch selbst vorgestellt. Doch er starb 2006 in Kamenz. Sein bewegtes Leben führte ihn auch in unsere Gegend. In Uhyst war er für einige Monate 1941 Verwalter und Inspektor auf dem Rittergut Kluge. Trotz Aufenthaltsverbotes besuchte er 1941 seine Familie in Räckelwitz in der Lausitz. Dann musste er als Soldat an die Ostfront. Am 8. Januar 1946 kehrte Jurij Brězan in die Lausitz zurück. Für kurze Zeit war er Einwohner von Lohsa. „Ich bin oft heimgekehrt, vorher und nachher, keine Heimkehr war wie diese, die in ihrer Wirklichkeit nicht ausdenkbar war…“, schrieb er später über das erste Frühjahr nach dem Krieg. Er hatte sich gezielt für seine sorbische Heimat entschieden. In der Biographie beschreibt Dietrich Scholze intensiv und detailliert Abschnitt für Abschnitt in Jurij Brězans Leben. Die Zeit in Lohsa sieht er als eine von etlichen noch zu schließenden Forschungslücken. Vier Jahre sorgfältige Recherchen liegen hinter ihm. Sie führten bis nach Marbach ins Deutsche Literaturarchiv. Dort liegt heute Jurij Brězans Nachlass, größtenteils handschriftlich. Dort findet der Forscher den Sorben in direkter Nachbarschaft mit anderen bekannten Schriftstellern wie Bertolt Brecht und Willi Bredel. „Sehr unterstützte mich bei den Nachforschungen Professor Dr. Lucia Heine, Literaturhistorikerin und Schwägerin des Schriftstellers“, erläuterte Dietrich Scholze. „Wichtigen Quellen waren auch immer wieder Jurij  Brězans eigene Schilderungen, unter anderem in seinen Büchern ´Ohne Pass und Zoll´ und ´Mein Stück Zeit´.“

DSCN7685 So entstand die erste deutschsprachige Biographie über Jurij Brězan. Sie umfasst 300 Seiten. Der Domowina-Verlag gibt sie mit 700 Exemplaren Auflage heraus. „Jurij Brězan hatte eine sehr poetische, bildlhafte Sprache. Er war ein Meister der sprachlichen Figuren, Bilder und Beschreibungen. Darin liegt unglaubliche Tiefe. Er ist im besten Sinne ein Klassiker der sorbischen Literatur. Sein Buch ´Stary nan´ (Bild des Vaters) ist für sorbische Klassen Schulstoff“, unterstrich Peter Thiemann, Lektor im Domowina-Verlag.

Manch Gespräch ergab sich noch nach der Lesung. „Jurij Brězan hat nicht nur über politische Themen geschrieben. Ich kenne auch wunderbare Naturschilderungen von ihm. Das ist tiefe, schöne und schlichte Sprache“, meinte Dr. Elke Wierick aus Weißkollm. Lesen will sie jetzt Jurij Brězans Erzählung „Der alte Mann und das enge Weite“. Zu Hause hat sie das Buch „Bild des Vaters“ und viele kleine Geschichten des Schriftstellers. Mag sein, dass sie auch darin bald wieder liest.

 

Literaturtipp: Dietrich Scholze: „Jurij Brězan. Leben und Werk.“ Domowina-Verlag Bautzen 2016. Preis: 19,90 Euro. ISBN-Nummer: 978-3-7420-2371-1

Andreas Kirschke

    


 

„Mit dem Kochlöffel durch's ganze Jahr“

Kalendertitel

 Die neue Sonderausstellung „Mit dem Kochlöffel durch's ganze Jahr“ im Zejler-Smoler-Haus widmet sich den Scherenschnitten der Künstlerin, Lyrikerin und Komponistin Erika Schirmer (90) aus Nordhausen. Die Eröffnung am 1. Oktober im Zejler-Smoler-Haus fand regen Zuspruch. Circa 30 Interessierte waren gekommen.

Erika SchirnerLaudator Friedhelm Schulz, seit vielen Jahren befreundet mit der Künstlerin, sprach über ihr Leben, ihre Gedichte und Lieder, und er agierte als Koch mit großem Löffel und hohem Hut und äußerst lustigem Exkurs über Kochlöffel.

Friehelm SchulzKalender Schirner JanuarSchirner Oktober_1

 Quarknapfkuchen

  Die  Ausstellung zeigt u. a. Kalenderblätter: Monatsmotive, passend zur jeweiligen Zeit im Jahr, unter denen Gedichte Erika Schirmers und je ein Rezept stehen.

Erika Schirmer zeigte bereits über 130 Ausstellungen in Deutschland und in Polen. Jahrelang leitete die Lehrerin und Kunsterzieherin früher eine Einrichtung für körperlich und geistig Behinderte. Erst später widmete sie sich der uralten Kunst des Scherenschnitts. Aus ihrer Feder stammt das Lied „Kleine weiße Friedenstaube“.

Noch heute wird das tiefsinnige Lied mit dem Wunsch nach Frieden für alle Kinder gesungen -  in Deutschland, in Polen, in Österreich und in Finnland, ja sogar an den Niagarafällen in Nordamerika, sagte Friedhelm Schulz. Es ist, so betonte er, hochaktuell. Erika Schirmer verdient für dieses Lied besondere, öffentlich und amtlich verbriefte Anerkennung. Demnächst wird sie für ihr künstlerisches Gesamtschaffen das Bundesverdienstkreuz erhalten.

 Herrmann 2

Der zweite Teil des Nachmittags gehörte dem Regisseur Dr. Jörg Herrmann aus Kreischa. Er ist bundesweit der letzte professionelle Produzent von Silhouettenfilmen. Ausschnitte zeigte er aus „Der siebente Rabe“, „Aus dem Leben eines Rumgehers“, „Klatsch- und Tratschgeschichten aus Bad Lauchstädt“ sowie „Der Lichterbogen. Geschichten und Sagen um den Schwibbogen“; dieser enthält überlieferte Geschichten aus dem Weihnachtsland Erzgebirge. Jörg Herrmann warb leidenschaftlich für die Bewahrung des von Hand produzierten Trickfilms. Er erläuterte die Bedeutung der Animation als künstlerischen Denkstil und als das Erzählen mit Gegenständen.

Herrmann

 2011 erschien in Obersorbisch, in Niedersorbisch und in Deutsch sein 72-minütiger Film „Der siebente Rabe“. Er schildert die Krabat-Sage. 108.000 Einzelbilder waren für die Produktion nötig. 2014 erschien in Deutsch und in Niedersorbisch der 32-minütige Silhouetten-Film „Aus dem Leben eines Rumgehers". 35.000 Bilder stellte Jörg Herrmann dafür auf der Trickbank – seinem Arbeitstisch – zusammen. „In Zukunft würde ich gern in Niedersorbisch und in Deutsch Sagen aus dem Spreewald verfilmen. Dazu gehören ´Der Wassermann´, ´Die Nixen´, ´Der Drache´ und ´Pumphut an der Ölmühle´“, sagte er. „Für einen solchen Silhouettenfilm bräuchte es jedoch langfristig erneut Förderung.“

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung der Scherenschnitte von Erika Schirmer „Mit dem Kochlöffel durch's ganze Jahr“ ist bis 11. November zu sehen.

Öffnungszeiten im Zejler-Smoler-Haus: montags, donnerstags von 10-12 Uhr und 13-17 Uhr oder nach Vereinbarung 03 57 24/5 02 56.

Andreas Kirschke


 Begegnungen bereichern fürs Leben

Ein Projekt führt tschechische und deutsche Senioren zusammen

  „Das sind unvergessliche Eindrücke. Das geht uns sehr nah“, meinte der Vorsitzende des Seniorenclubs Kamenický Šenov (Tschechien), Alois Bélota (70)  am 20. September im Dorfgemeinschaftshaus Koblenz. Mit 15 Senioren war er hierher gekommen. Die Tschechen trafen mit Koblenzer Senioren zusammen. Ihr Ausflug in die Gemeinde Lohsa gehörte zum grenzübergreifenden Projekt „Senioren im Netz“ von April bis September 2016 – gefördert durch die Euroregion Neiße. Als Partner kooperieren dabei das Christlich-Soziale Bildungswerk (CSB) auf deutscher Seite und der Venkovský prostov Liberec (der Ländliche Raum von Liberec) auf tschechischer Seite. „Im Projekt sollen die Senioren nicht nur den Umgang mit den Neuen Medien wie Internet, Facebook und Skypen kennen lernen. Wichtig ist uns die Begegnung und das gegenseitige Kennenlernen der Heimat“, sagte Jan Tandler, Geschäftsführer des Venkovský prostov Liberec.

Im Dorfgemeinschaftshaus Koblenz stellte er Ziele und Inhalte des Projektes näher vor. Danach besichtigten die Senioren die Jakubzburg in Mortka.

 Tschechen im ZSH

Am Nachmittag lernten sie das Zejler-Smoler-Haus Lohsa und den dortigen Förderverein und seine kulturelle Arbeit kennen. Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., stellte Inhalte und Ziele der Arbeit des Vereins vor.

Sie erfuhren auch vom fünfsprachigen Lehrpfad „Handrij Zejlers Lebensstationen in Lohsa“. In Deutsch, Sorbisch, Polnisch, Tschechisch und Englisch hatte ihn 2009 der Förderverein mit Tafeln angelegt. Diese hängen heute am Pfarrhaus Lohsa, am Handrij-Zejler-Denkmal, am Zejler-Smoler-Haus, an der Kirche und am Handrij-Zejler-Grab.

Im Dorfgemeinschaftshaus Koblenz klang das Treffen aus. Dort sorgten Dorothea Richter, Marion Kremser und Roswitha Rogin herzlich für die Bewirtung. Monika Pakoßnick stellte die Initiativen der Koblenzer Seniorengruppe und der Koblenzer Frauengruppe näher vor. Monatlich treffen sich diese zu Veranstaltungen. „Unsere Arbeit wird gerade durch solche Begegnungen wie heute gewürdigt“, freute sie sich über das ganztägige Treffen mit den Tschechen. „Solche Begegnungen bereichern einfach fürs Leben. Viele unserer Älteren im Ort leben allein. Solche Treffen ziehen sie heraus aus ihrer Einsamkeit und Isolation. Gerade das Gespräch mit anderen Senioren ist ganz wichtig.“

Das Projekt „Senioren im Netz“ läuft noch bis Ende September. Zum Ende des Projekts wird ein 25-30seitiges Handbuch mit dem Titel "Senioren im Netz" entstehen. Es enthält ganz praktische Tipps für den Alltag mit den Neuen Medien“, unterstrich Jan Tandler. „Bis Ende September soll es fertig sein. Auf deutscher Seite ist es dann beim Christlich-Sozialen Bildungswerk mit erhältlich.

Andreas Kirschke

 


 

Vielfalt in Gärten und auf Äckern bewahren - Saatgut ist Kulturgut der Menschheit

 Um seltene Obst-, Gemüse- und Ackerpflanzen ging es am 2. September beim Vortrag des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt im Lohsaer Zejler-Smoler-Haus. Birgit Fleischer stellte den Verein, seine Geschichte und Initiativen näher vor.

Referentin

"Er wächst mächtig und blüht dennoch zart. Er verholzt nicht  und enthält sehr schmackhaftes Aroma. Früher konnte er lange eine große Familie ernähren", erläuterte Birgit Fleischer die Kohlrabi-Sorte „Böhmischer Strunk“. Die Referentin der Regionalgruppe Lausitz / Ost-sachsen des bundesweit aktiven und seit 1986 bestehenden Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. (VEN) schilderte am Freitag in ihrem Vortrag „Erhalten durch Aufessen. Saatgut ist Kulturgut“ im Zejler-Smoler-Haus Lohsa viele Beispiele. Es ging um selten gewordene Obst-, Gemüse und Ackerpflanzen. Der „Böhmische Strunk“ gehört dazu.

„Zur Saatgut-Gewinnung ist ein ganzer Strunk einzukellern“, unterstrich Birgit Fleischer. „Man muss die kompaktesten, dicksten Früchte dafür verwenden.“ Hochgespannt hörten die Gäste zu. Öfter fragten sie nach. Birgit Fleischer ging tief ins Detail. Die „Bautzener Kastengurke“ zum Beispiel ist im Handel nicht mehr erhältlich. Sie ist eine typische Einlege-Gurke. „Wir bauen sie an und versuchen, sie sortenrein zu vermehren“, sagte die Referentin. Über 70 Prozent der alten historischen Sorten gingen im 20. Jahrhundert verloren. Der Rest soll erhalten bleiben. Dafür setzt sich der Verein konsequent ein. Nischkes Riesengebirgs-Wintererbse, der Slowakische Bratkürbis „Pečarka“, die Salatsorte „Bautzener Dauerkopf“, die Birnensorte „Grüne Hoyerswerdaer“ und weitere selten gewordene Sorten sollen erhalten bleiben.

Tomatensorten aus dem Bestand der Lohsaerin Ines Maletzky:

Tomaten 1  Tomaten 2

Birgit Fleischer, 2001-2004 im Bereich Umweltbildung im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft tätig, fand durch ihre damalige Arbeit tiefer ins Thema. Damals war sie angestellt beim Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. In der Naturschutzstation Friedersdorf leitete sie die AG „Gärtnern“ mit fünf bis acht Schülern. Diese Kindergruppe war sehr aktiv. Die Schüler bereiteten selbständig Beete vor. 30 Bohnen-Sorten und zehn Kartoffel-Sorten haben wir angebaut. Ziel war, selbst zu stecken, zu ernten und zu verarbeiten. Die Kinder sollten die Früchte ihrer Arbeit selbst in den Händen halten. Immer ging es um die Freude an der Artenvielfalt. Die Ernte schmeckte den Kindern stets. „Jedes Jahr kam auch Biologe Dr. Thomas Gladis zu einem Vortrag für die Erwachsenen in die Station“, erinnerte sich Birgit Fleischer. „Er ging auf den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt und seine Aktivitäten ein. So wurde ich neugierig.“ Im Februar 2012 in Bautzen entstand die Regionalgruppe Lausitz / Ostsachsen des VEN. Aktuell gehören ihr heute vier feste Mitglieder an. Intensiven Austausch pflegen fünf bis acht Personen. Der Verteiler der Regionalgruppe umfasst inzwischen 55 Adressen.

Vielfältig setzt der Verein auf Bildungsarbeit. Er organisiert Seminare und veröffentlicht Schriften. Der Verein nimmt teil an Saatgut-Tauschbörsen und an Pflanzen-Tauschbörsen. Er stellt sich vor beim Markt der Möglichkeiten in Hoyerswerda, beim Naturmarkt des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft in Wartha und beim Erntedankfest im Mehrgenerationenhaus in Bautzen. „So versuchen wir, unsere Gartenschätze zu zeigen. Wir wollen uns auf regionale Sorten fokussieren“, verdeutlichte Birgit Fleischer. Außer für die Vielfalt in Gärten setzt sich der Verein auch für die Vielfalt auf Feldern ein. Ackerwild-Kräuter wie zum Beispiel der selten gewordene Lämmersalat, der Acker-Hohlzahn und der Acker-Zahntrost stehen in Sachsen auf der Roten Liste Kategorie 2 gefährdeter Arten. Andere Arten wie Acker-Krummhals und Mäuseschwänzchen stehen auf der Vorwarnliste. Der Verein VEN kämpft um den Erhalt dieser seltenen Pflanzen. Gehören sie doch zum Kulturgut der Menschheit. „Diese Vielfalt ist allgemeines Kulturgut. Sie darf nicht verloren gehen“, meinte Besucherin Denise Köckritz aus Hoyerswerda. Schon mehrfach war sie bei Saatgut-Tauschbörsen wie in Bautzen und in Kreba-Neudorf. Der Vortrag in Lohsa gab ihr neue Anregungen. Vor allem die Samen-Gewinnung aus Pflanzen interessiert sie noch tiefer. „Der Vortrag hat uns gezeigt: Wir müssen mit den alten, historischen Gewächsen sorgfältig umgehen – damit sie uns erhalten bleiben, damit sie der Gesundheit dienen“, meinte Besucher Horst Zenzius, der mit seiner Frau Marlene extra aus Senftenberg gekommen war. Zu Hause hegen und pflegen sie einen großen Garten. Rund 300 Quadrat-meter umfasst er und liegt inmitten der Gartengemeinschaft „Am Feldrain“. Kartoffeln, Möhren, Bohnen, Erbsen, Tomaten, Gurken, Radieschen, Kohlrabi, Rettich und vieles mehr wächst und gedeiht dort. Vielfalt ist den beiden Gartenfreunden wichtig. „Das im Supermarkt gekaufte Obst und Gemüse hat oft nicht mehr den Gehalt an Vitaminen und Zusatzstoffen wie die Pflanzen in unserem Garten“, meinte Horst Zenzius. Er will die eigene Ernte nicht missen.

Aufruf

Birgit Fleischer regte zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch an. Erwachsene könnten Interessengruppen bilden. „Meine Hoffnung ist, dass sich eines Tages eine Erwachsenen-Gruppe findet, die tatkräftig die Bewirtschaftung des Ackers in der Naturschutzstation Friedersdorf unterstützt“, regte sie an. Kontakt- und Ansprechpartner dafür ist Ines Maletzky in Lohsa unter der Rufnummer 03 57 24/5 54 26. Weitere Informationen zum Verein stehen unter www.nutzpflanzenvielfalt.de.

 

Andreas Kirschke


Essbare Blüten - ein Vortrag mit Selbstfertigung und Probieren 

  Um „Essbare Blüten“ ging es am Freitag, dem 19. August, im Zejler-Smoler-Haus Lohsa. Ursula Altmann, die hier bereits mit zwei Vorträgen erfreute, schilderte vielfältige Beispiele. Dann durften die Teilnehmer selbst fertigen und probieren: Rosenhonig, Ringelblumenbutter und Blütenbrot. Zuvor durften sie den von Ursula Altmann gebackenen Ringelblumen-Kuchen kosten.

Sonnenblume

  Blüten 2 Zart zitronig duften die Rosenblätter. Ursula Altmann reicht die Schale damit geduldig herum. Zwei Hand voll Rosenblätter gelangen in den flüssigen Blütenhonig. Einen Deckel drauflegen. Das Honigglas nicht verschließen. Atmen lassen. Drei Wochen in der Sonne stehen lassen. Beim späteren Verkosten der Baguette-Scheibchen mit Rosenhonig freuen sich viele Gaumen. 28 Frauen, drei Männer und drei Kinder sind zum Vortrag auf Einladung des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. gekommen.

Auf frische Brotscheiben tragen die Frauen phantasievoll Griebenschmalz, Quark, Apfel- und Zwiebelwürfel sowie Blüten von Malven, Taglilien, Gänseblümchen, Kresse, Ringelblumen, Dahlien und Sonnenblumen auf.

 

Blüten 3

Blüten 4     Blüten 5

Blüten 1

Erstaunlich ist die Vielfalt essbarer Blüten. Die Ringelblumen-Blüte zum Beispiel lässt sich verwenden für Kartoffelsalat, für Honig und für Butter. Die Löwenzahn-Blüte eignet sich für Honig, Gelee, Sirup und Brotaufstrich. Die Giersch-Blüte kann man zum Aromatisieren von Essig nutzen. Grundsätzlich kann man von allen Kräutern auch die Blüten essen Oft schmecken Blüte, Stengel, Blätter und Wurzel grundverschieden. Und doch hat alles seinen besonderen Wert – schon durch die unterschiedliche Einlagerung von Mineralien und Nährstoffen in der Pflanze.

Andreas Kirschke


Jahreshauptversammlung

des Fördervereins Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V.

am 30. Juni 2016 war gut besucht. Wer von den Mitgliedern verhindert  war, hatte die Möglichkeit einer Briefwahl genutzt.

Schneider, RBReinhardt Schneider, der Vorsitzende des Vereins, verlas zunächst den Rechenschaftsbericht des Vorstandes für die Jahre 2014 und 2015, benannte die wichtigsten Veranstaltungen dieser Jahre und sprach die Probleme und nötigen Aufgaben der nächsten Zeit an.

 Im Zejler-Smoler-Haus Lohsa sollte künftig wieder eine ständige Arbeitskraft vor Ort sein. Sie sollte die Öffnungszeiten absichern und die Besucher betreuen. „Seitdem die Bürgerarbeit vor anderthalb Jahren ausgelaufen ist, haben wir keine öffentlich geförderte Stelle mehr zur Verfügung“, unterstrich Reinhardt Schneider. Gemeinsam mit dem Jobcenter will der Verein eine Lösung finden. Angestrebt wird jetzt eine Ein-Euro-Stelle. Die langfristigere Variante wäre eine Stelle, gefördert durch die Maßnahme „Soziale Teilhabe“. Auch diese Lösung behält der Verein im Blick.

"Es müssen mehr Vereinsmitglieder aktiv in die Vereinsarbeit einbezogen werden, um von personeller Unterstützung unabhängiger zu werden“, sagte der Vorsitzende. Als weiteres dringendes Problem nannte er die Mitglieder-Werbung. Derzeit gehören 43 Mitglieder zum Verein. Er sucht und braucht dringend junge engagierte Mitstreiter. Vor allem handwerklich begabte Männer sind willkommen. ebenso geschichts,- heimat- und kulturinteressierte Mitstreiter. Gerade bei der Mitglieder-Werbung, so Reinhardt Schneider, kann jeder Einzelne im Verein aktiv sein. 

Verbessern will der Verein die Zusammenarbeit mit den Schulen. Je nach Thema bot er den Einrichtungen Projekte an. Sie wurden unterschiedlich angenommen. Die Zusammenarbeit mit den Grundschulen ist eng, mit der Oberschule Lohsa leider nicht so erfolgreich. Mag sein, es liegt daran, dass hier kaum noch Lehrer direkt aus Lohsa kommen und so der Heimatbezug nicht so stark ausgeprägt ist. In jedem Fall sucht der Verein weiter die Zusammenarbeit mit der Oberschule. Gleiches gilt für die Gemeinde Lohsa und den Krabat Dorfclub & Heimatverein Groß Särchen. „Warum sollte eine in Groß Särchen erfolgreich gelaufene Ausstellung nicht anschließend in Lohsa gezeigt werden? Damit würden wir alle zusammen Kräfte sparen. Wir könnten uns gegenseitig unterstützen“, meinte Reinhardt Schneider und betonte: „Wir sollten gemeinsam wieder stärker werden.“

Intensiver werden soll die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Mitglied Heinz-Dieter Tempel regte an, dass der Verein im Gemeinderat sich und seine Inhalte vorstellt. Immerhin ist Lohsa offiziell sprachenfreundliche Kommune. Zur Zweisprachigkeit bekennt sich die Gemeinde. Vorstellbar ist auch, den Gemeinderat ins Zejler-Smoler-Haus einzuladen, ihm die Vielfalt an Ausstellungen zu zeigen, ebenso draußen den fünfsprachigen Lehrpfad „Handrij Zejlers Lebensstationen. Mitglied Werner Sroka regte an, ähnlich wie in Hoyerswerda auch im kommunalen Haushalt in Lohsa ein Budget für sorbische Angelegenheiten einzurichten.

Es ging auch um künftige Schwerpunkte der Vereinsarbeit. Verbessern und inhaltlich vertiefen will der Verein im Haus die Ständigen Ausstellungen. So bemüht er sich um die Beschaffung einer Kopie der ersten ursprünglichen Büste des Handrij-Zejler-Denkmals am Markt. Dringend anregen will er die Renovierung der Fassade des Zejler-Smoler-Hauses zur Kirchstraße hin. Korrosion und Straßenwasser zogen sie zuletzt stark in Mitleidenschaft. Auch das Blockbauteil im Außenbereich muss dringend repariert werden Die Tischvitrinen in der Dauerausstellung zum Leben und Wirken Handrij Zejlers und Jan Arnošt Smolers will der Verein künftig räumlich effektiver nutzen. Die alten Standvitrinen im Raum der Sonderausstellungen müssen durch neue Vitrinen ersetzt oder modernisiert werden.

Schneider, Statnik

Für 2017 orientiert sich der Verein vor allem auf zwei Höhepunkte. Zum 20. Todestag des sorbischen Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997) aus Litschen soll es am 21. Mai 2017 eine Feierstunde in der Evangelischen Kirche Lohsa und am Grab des Komponisten  geben. Für die Vorbereitungen engagiert sich derzeit Liana Bertók in enger Zusammenarbeit mit dem Lohsaer Verein und der Evangelischen Kirche Lohsa. Anlässlich des 20. Todestages des Komponisten soll auch eine CD erscheinen. Ehren will der Verein 2017 auch die sorbische Volksdichterin Hańža Budarjowa/ Budarka (1869-1937) aus Mortka. Am 1. Dezember 2017 liegt ihr Todestag 80 Jahre zurück.

   Der Vereinsvorsitzende des Vereins im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Domowina

 Vorstand ZSH 16

Der Vorstand des Vereins wurde wiedergewählt. Zu ihm gehören Reinhardt Schneider (Vorsitzender), Gabriele Knothe (stellvertretende Vorsitzende), Grit Pelzer (Kassenwartin), Elke Nagel (Konzerte, Internetseite betreuen), Edith Krauß (Kinder- und Jugendarbeit), Veronika Sauer (Sonderausstellungen) und Andreas Kirschke (Pressearbeit). „Besonderer Dank gilt Gabriele Trentzsch und Beate Mahler für ihren Einsatz bei der Pflege der Denkmäler, der Aktualisierung der Vereinschronik und der Besucherbetreuung“, unterstrich Reinhardt Schneider.

„Der Verein bedankt sich bei der Gemeinde Lohsa dafür, dass er die Räume im Obergeschoss kostenlos nutzen darf. Im Gegenzug sorgt der Verein für eine lebendige Kulturarbeit im Zejler-Smoler-Haus mit Ausstrahlungskraft  über den Ort Lohsa hinaus.“

Andreas Kirschke


 

Sorbischlernende aus aller Welt

besuchten Lohsa

 Pfarrer und Dichter Handrij Zejler (1804-1872) wäre sicher erfreut gewesen:

Sein sorbisches Volkslied „Hanka, budź wjesoła“ (Hanka, sei frohgemut) erklang am Sonntag  (10.06.16) erstmals mit Orgelbegleitung (durch Charlott Hörenz) in der Lohsaer Kirche. Und das zu einem besonderen Anlass: 17 Teilnehmer des zweiwöchigen Internationalen Ferienkurses „Obersorbisch“ – organisiert vom Sorbischen Institut Bautzen – sangen es zusammen mit Mitgliedern des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V..

Lohsa war letzte Station ihrer Exkursion am Sonntag.

Zuvor war es in Malschwitz um Handrij Zejlers Volkslied „Lubka lilija“ (Liebste Lilie) gegangen, dessen Geschichte Franz Schön, langjähriger Mitarbeiter des Sorbischen Instituts, erläuterte. In Schleife besichtigten siw das Sorbische Kulturzentrum. In Rohne gewannen sie Einblicke in den Njepila-Hof.

Sorabistiker 3

Nun lernten sie bei uns in Lohsa das Zejler-Smoler-Haus, die Kirche sowie das Handrij-Zejler-Denkmal und das Handrij-Zejler-Grab kennen. Mit Brot und Salz hieß sie der Förderverein herzlich willkommen.

 

 

 

 

 

 

 

Andreas Miersch (mit Waldhorn) sowie Monika Aust und Rosemarie Kloß (in Lohsaer sorbischer Tracht) erfreuten die Besucher mit sorbischen Volksliedern.

Sorabistiker 1

Vor allem die Begegnungen bereichern die Kursteilnehmer. Hier treffen sie immer wieder sorbische Muttersprachler. „Wir versuchen, im Kurs selbst viel miteinander sorbisch zu reden“, meinte  Magdalena Vigent. Die 44jährige gebürtige Pragerin spricht außer ihrer Muttersprache Tschechisch noch Deutsch, Russisch, Portugiesisch, Französisch und Englisch. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Paris. Dort lehrt sie an der Inalco-Universität Tschechisch für Ausländer. Sorbisch empfindet sie als tiefe innere persönliche Bereicherung. Sorbisch lernt sie durch ihre Liebe zu Sprachen. Bereits in den 1970er Jahren besuchte sie mit den Eltern den Spreewald. Im jetzigen Ferienkurs erfreut sie vor allem das Singen. Zudem begeistern sie die Begegnungen. „Ich will auch erfahren, wie die Sprache bewahrt wird“, bekräftigte sie.

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Diese Frage bewegt genauso Charles Wukasch (75) aus Austin in Texas (USA). Dort lehrte er früher als Professor an der University of Texas Slawistische Linguistik. „Meine Hauptfächer waren slawische Sprachen wie Russisch, Tschechisch, Serbokroatisch und Kirchenslawisch“, schilderte er. Seine Urgroßeltern väterlicherseits gehörten 1854 mit Pfarrer Jan Kilian (1811-1884) zu den sorbischen Auswanderern aus der Lausitz ins texanische Serbin. Mit ihrer Geschichte und ihren Nachfahren fühlt sich Charles Wukasch tief verbunden. 1965 besuchte er seinen ersten Sorbisch-Kurs an der Universität Leipzig. Seitdem lernt er die Sprache weiter. „Ich bin sorbischer Patriot. Bedingt durch meine Vorfahren“, meinte er Sonntag in Lohsa. „Minderheitensprachen interessieren mich seit langem. Ich will, dass sie lebendig erhalten bleiben.“ Jede erworbene Sprache, so betonte er, bereichert uns Menschen. Jede Sprache bereichert das Mensch-SEIN.

 

 

 

Andreas Kirschke

 


 Neschwitz Schloss

 

 

 

Heimatmuseum, Park und Schloss in Neschwitz waren Ziel unserer diesjährigen Vereinsfahrt am 11. Juni nach Neschwitz.

 

 

 

 

 

  Arndt Lehmann vom Verein der Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e. V. führte uns dort durch das Heimatmuseum sowie durch den Park und das Schloss.

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Seit zwölf Jahren besteht das Heimatmuseum im früheren Dorfkonsum. „Im Sommer 2004 bekamen wir die Räume von der Gemeinde übereignet. Wir haben sie dann entkernt, gestaltet und vorgerichtet. Bereits Ende November 2004 zum Neschwitzer Weihnachtsmarkt konnten wir eröffnen“, schilderte Arndt Lehmann. Heute findet hier der Besucher einen umfassenden Überblick zur Neschwitzer Geschichte vor. Ein Zeitstrahl zeugt von den verschiedenen Epochen. Zu sehen ist auch eine Neschwitzer sorbische Konfirmandentracht von 1930 und eine sorbische evangelische Kirchgangstracht um 1870. Dank privater Leihgaben und dank einiger Leihgaben des Städtischen Museums Bautzen ist auch eine Sammlung mit Funden aus der Eiszeit und aus der Jungbronzezeit zu sehen. Im Heimatmuseum ist die Geschichte zum historischen Handwerk und Gewerbe in Neschwitz ausgestellt, ebenso die Geschichte des bäuerlichen Lebens. Zu sehen ist zudem das Modell eines vorgeschichtlichen Pfahlhauses mit teilweise über 4.000 Jahre alten Ausgrabungs-Fundstücken aus unserer Region. Versteinertes Holz aus Wetro, Kieselschiefer aus Luppedubrau, Achat vom Hahnenberg, Achat aus Neudorf, Amethyst aus Caßlau und Buntquarz vom Hahnenberg gehören zur Sammlung von Gesteinen, die einst mit der Urelbe in das Neschwitzer Gebiet gelangten. Immer wieder kommen Besuchergruppen ins Heimatmuseum Neschwitz. Derzeit läuft hier die 33. Sonderausstellung.

Neschwitz im Park

Der Neschwitzer Park ist 5,5 Hektar groß. Er umfasst den Landschaftspark (im englischen Stil, mit Einpassung der Wege in die Landschaft angelegt) und den Barocken Park mit Schloss (als älteren, ursprünglichen Teil, symmetrisch angelegt). Die Torhäuser stehen im älteren Parkteil. „In Neschwitz ist es gelungen, die beiden Parkeinheiten miteinander zu verschmelzen“, verdeutlichte Arndt Lehmann. Im Herrenpavillon entstand 1930 auf Initiative des damaligen Schlossherrn und Gutsbesitzers Dr. Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch die Vogelschutzwarte Neschwitz. Bis zu 70 verschiedene Vogelarten sichteten Ornithologen im Raum Neschwitz und registrierten sie sorgfältig. Vor 15 Jahren wurde die Vogelschutzwarte – nach kriegsbedingten Unterbrechungen – zum dritten Mal wiedergegründet.

Besonders bewegend war für uns die Besichtigung des 1721-1723 erbauten Schlosses. Darunter befinden sich zwölf Gewölbekeller. Manche Sage kündet noch heute von ihrer Geschichte. Im Schloss selbst – erhalten durch das ehrenamtliche Engagement der Heimat- und Kulturfreunde Neschwitz und durch die Gemeinde Neschwitz – sind immer wieder Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst, Lesungen, Vorträge und Konzerte zu erleben. Jährlich sind hier rund 50 Trauungen. Im Schloss selbst entdeckt der Besucher Spuren wichtiger Neschwitzer Persönlichkeiten. Zu ihnen gehörte Schlossherr Arnold von Vietinghoff-Riesch. Er war Forstwissenschaftler und zudem Begründer der Sächsischen Vogelschutzwarte und engagierter Anwalt des Naturschutzes, auch Wegbereiter einer nachhaltigen Waldwirtschaft.

Neschwitz Adel

Vom 10. April bis zum 19. Juni 2016 war die 140. "Kleine Galerie im Schloss" zu sehen. Ihr Thema hieß „Das ist mein Leben – meine Welt“. Diese Ausstellung zeigte Malereien von Senioren im Landkreis Bautzen. Das Seniorenbüro des Landratsamtes begleitete diese Ausstellung. „Weiterer Galerien sollen noch folgen“, unterstrich Arndt Lehmann. Ihm und dem Verein, der 1961 gegründet wurde und dem heute rund 80 Mitglieder angehören, gilt unser herzlicher Dank.

Andreas Kirschke

 

 


 

Dorffest in Weißkollm am 17. Juni 2016

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Zum diesjährigen Dorffest in Weißkollm beteiligte sich der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus mit einem Stand. Hier informierte er über seine Inhalte und Vorhaben. Der Stand war eine der 13 Stationen, in denen Einheimische gezielt ihre Hobbys und Sammlungen vorstellten.

Schon vor längerem hatte Werner Thomas das angeregt.

 

 

Weißkomm 4

Hobbymalerin Anke Konz aus Dreiweibern zeigte stolz ihre Bilder wie „Bambus“, farbenfrohe Landschaften, Blumen, Tiere und Porträts. Einheimische stellen sich und ihre Hobbys vor. „Die jetzige Idee entstand aus einer Bierlaune unserer Vereinsfrauen heraus. Wir wollten Hobbys und Sammlerleidenschaften zeigen. Bei der Planung des Dorffestes griffen wir die Idee auf“, sagt Andreas Thomas, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Fünf Jahreszeiten Weißkollm e. V.“ Dieser besteht seit 2013. Heute gehören ihm 56 Mitglieder an. Mit immensem Aufwand organisiert der Verein das Sommerfest. Der Dorfrundgang soll Einwohner herauslocken. Das Wir-Gefühl soll er stärken. Intensive Gespräche soll er anregen. So lernen Einheimische und Auswärtige Weißkollm von neuem kennen.

Weißkollm 2

 

Siegfried Bläsche (li.) war 39 Jahre Fachlehrer für Elektrotechnik in der Berufsschule – zuerst in Knappenrode, später in Boxberg. Heute sammelt er mit Begeisterung Lampen, Schaltkreise und andere Exponate. Sonnabend beim Dorfrundgang kam er mit Besucher Helmut Dutschke (re.) aus Hoyerswerda, der seit vielen Jahren seinen Garten in Weißkollm hat, ins Gespräch.

 

 

 

 

Alpaka

Angela Pötschick (im Hintergrund) züchtet seit 2007 in Weißkollm Alpakas. Dieses wunderbare Hobby zeigte sie  beim Dorfrundgang den Besuchern. Dazu gehörten auch Helmut und Renate Dutschke aus Hoyerswerda mit Tochter Gabriela.

Ein schönes, interessantes Dorffest, und hoffentlich nicht das letzte!

 

 

 

Fotos: Kirschke


Regierungsbesuch in Lohsa am 30. Mai 2016

Dr. Eva-Maria Stange (SPD), Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, besuchte am 30. Mai das Zejler-Smoler-Haus und die Lohsaer Kirche.

Begleitet wurde sie von Kultursekretär Joachim Mühle (Kreis Görlitz) und Landrat Michael Harig (Kreis Bautzen).

 Brot und Salz

Monika Aust in Lohsaer Tracht von der Folkloregruppe Lohsa begrüßte die Ministerin herzlich mit Brot und Salz.

Reinhardt Schneider erläuterte die Vielfalt der Vereinsarbeit. Sie reicht vom Sorbischen Abend über Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Konzerte bis hin zur jährlichen Vereins-Ausfahrt. Auch mit der Evangelischen Kirchengemeinde arbeitet der Verein immer wieder gut zusammen. So fanden in der Kirche bereits Konzerte zu Ehren des Vereinsgründers und Komponisten Jan Paul Nagel (1934-1997) statt. Ebenso war hier 2011 die Festveranstaltung „20 Jahre Stiftung für das sorbische Volk“. Am 18. März 2016 fand die Festveranstaltung zu Ehren des sorbischen Verlegers, Philologen, Schriftstellers und Publizisten Jan Arnošt Smoler (1816-1884) statt. Unter dem Thema „Als wir einst in Lohsa waren“ erklangen Lieder aus Smolers Volkslieder-Sammlung – bearbeitet von Komponisten. Zu hören waren acht Uraufführungen. Eingeladen hatte das Sorbische Nationalensemble mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lohsa und dem Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V..  

Ausstellun 1 in Wäscheausst.

       Die Ministerin  besichtigte auch die aktuelle Sonderausstellung „Waschbrett, Zuber & Seife … ein Waschtag wie zu Großmutters Zeiten“ und die Ständigen Ausstellungen „Lohsaer Persönlichkeiten“, „Leben und Wirken Handrij Zejlers und Jan Arnošt Smolers“ sowie „Lohsaer Heimatgeschichte“. Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., erläuterte Einzelheiten der Ausstellungen.

 in Kirche

Danach besuchten die Ministerin und ihre Begleitung die Lohsaer Evangelische Kirche. Günter Wenk vom Gemeindekirchenrat, selbst auch Mitglied des Fördervereins "Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V.",  erläuterte Geschichte und Besonderheiten dieser Kirche.

 Ministerin Eva-Maria Stange ermutigte den Verein, bei künftigen Projekten durchaus auch Fördermittel beim Kulturraum zu beantragen. Aktuell stehen 17,87 Millionen Euro dieses Jahr im Kulturraum zur Verfügung. Davon kommen 10,87 Millionen Euro vom Land und sieben Millionen Euro umlagefinanziert von den Kreisen und Kommunen. Nur Sachsen, so verdeutlichte die Ministerin, hat ein Kulturraum-Gesetz. Seit 2008 gilt es unbefristet. „Dank ihm können wir nicht nur große, sondern auch kleine Einrichtungen je nach Projekt gezielt unterstützen“, betonte sie. Insgesamt, so Eva-Maria Stange, ist dem Freistaat Kultur sehr wichtig. 2014 standen für Kultur im Freistaat 86,7 Millionen Euro bereit. Jetzt im Doppelhaushalt 2015 / 2016 sind es insgesamt 91,7 Millionen Euro. „Wir planen für den Haushalt 2017 / 2018 eine weitere Anhebung auf 94,7 Millionen Euro“, so die Ministerin. „Damit reagieren wir darauf, dass auch in Kultureinrichtungen Betriebskosten und Personalausgaben steigen.“ 

Andreas Kirschke


 Sorbenbeauftragte am 11. Mai zu Gast in Lohsa

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 „Man wertschätzt nur, was man als Wert erkennt. Und man erkennt den Wert nur, wenn man ihn nutzt und nicht BEnutzt“, unterstrich Regina Krawcowa, Sorbenbeauftragte des Landkreises Bautzen, am Mittwoch in Lohsa. Mit Sorbenbeauftragten aus Kommunen informierte sie sich über Ursprünge, Entwicklung und aktuelle Inhalte des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., der zur Beratung eingeladen hatte.Schwerpunkt war zudem die zweisprachige Beschriftung an Gemeinde-, Kreis-, Staats- und Bundesstraßen sowie an öffentlichen Gebäuden. Hier gibt es noch viel Handlungsbedarf.

 in Wäscheausst.

Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., führte die Gäste durchs Haus. Dabei zeigte er auch das umfangreiche Archiv des Vereins. Zu den Teilnehmern der Beratung gehörten Achim Hoyer (Sorbenbeauftragter Kamenz), Werner Sroka (Sorbenbeirat Hoyerswerda) und Regina Krawcowa (Sorbenbeauftragte des Landkreises Bautzen).

 

 

  Andreas Kirschke


  "Waschbrett, Zuber und Seife ..."

Eröffnung der Sonderausstellung

Ein Waschtag wie zu Großmutters Zeiten

 Freitag, 06. Mai 2016 um 17 Uhr im Zejler-Smoler-Haus Lohsa

 Wischtücher flattern an der Leine am Zejler-Smoler-Haus. Die Buchstaben darauf ergeben zusammengesetzt das Wort „Waschtag“.

 Waschtag außen

„Wir wollen zeigen, wie mühsam früher die Hausarbeit war. Wir wollen an die Arbeitsgänge der Hausfrauen erinnern. Wir wollen den manuellen Aufwand so eines Waschtages verdeutlichen“, unterstreicht Reinhardt Schneider, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V., mit Blick auf die neue Sonderausstellung zum Thema „Waschbrett, Zuber & Seife … ein Waschtag wie zu Großmutters Zeiten“.

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 Waschmittel

  Im Treppenhaus zum Ausstellungsraum liest der Besucher „Ata“, „Imi“ und andere Reinigungsmittel aus früheren Zeiten. Hier sind auch Wäschestampfer und weitere Haushaltsgeräte zu sehen. Im Ausstellungsraum versetzt sich der Besucher in Großmutters Alltag zurück.

Klammerschürzen, verschiedenste Unterhosen, Nachthemden, Küchentücher, Tischdecken, Zierdecken und vieles mehr zeigt hier die Ausstellung. Insgesamt 18 Leihgeber aus Lohsa, Weißkollm, Knappenrode, Hoyerswerda und Riegel stellten ihre Erinnerungsstücke bereit. „Die Fülle der Leihgaben ist sehr erfreulich. So hatten wir viele Exponate zum Gestalten der Ausstellung“, sagt Mitorganisatorin Veronika Sauer. Zusammen mit Angelika Hammerschmidt aus Riegel sowie Edith Krauß und Gabriele Knothe aus Lohsa baute sie die Ausstellung auf.

 

Sehr authentisch wird die Ausstellung durch historische Gerätschaften von Angelika Hammerschmidt. Von ihr kamen unter anderem ein alter Waschkessel sowie diverse Wannen und Waschbretter. „Der Waschkessel war früher das Herzstück einer Waschküche“, erläutert Veronika Sauer. „Ursprünglich war er eingemauert in Backstein und beheizbar.“ Sehr authentisch wird die Ausstellung auch durch Angelika Hammerschmidts Wäschemangel. Verdeutlichen soll die Ausstellung die verschiedenen Arbeitsgänge. Sie reichten vom Waschen über das Trocknen, Mangeln und Bügeln bis hin zum Ausbessern der Wäsche.

Die Vorbereiter

„Außer den vielen Utensilien für den Waschvorgang erhielten wir auch viele Wäschestücke im Original. Das war nicht nur Bettwäsche, sondern auch Leibwäsche“, sagte Veronika Sauer. „In diesem Zusammenhang freuen wir uns besonders über die Leihgaben von Erna Marvan aus Lohsa. Sie gab uns für die Ausstellung Unterhosen, Unterhemden, Unterröcke und diverse Tischwäsche – aus weißer Baumwolle mit feiner Hohlsaumstickerei und mit Monogramm (Namenskürzel) verziert.“

 

In den drei Vitrinen können die Besucher historische Wäschestücke bestaunen. Es sind vor allem liebevoll mit Hand bestickte Servietten und Mustertücher. „Die Frauen legten früher viel Wert darauf in ihrem Haushalt. Sie verwendeten viel Zeit mit der Pflege und mit der Verzierung der Wäsche“, sagt Veronika Sauer. Oft hielt dann die Wäsche das ganze Leben lang. Und darüber hinaus. Die Familie gab sie an die nächste Generation weiter.

 Die Ausstellung ist bis Mitte September zu sehen. Sie ist auch für Schulklassen geeignet. Geöffnet ist sie, montags und donnerstags 10-12 Uhr und 13-17 Uhr oder gern nach Vereinbarung unter der Rufnummer 03 57 24/5 02 56.

 Andreas Kirschke

 Fotos: Kirschke


 

DSCN9345Ein Zwischenruf

„Das war purer Vandalismus“

 Mitten im Wald fanden Spaziergänger die Gedenktafel für den abgebaggerten Ort Neida. „Das war Anfang Februar, unweit der alten Betriebsstraße Knappenrode-Lohsa“, schildert ein 75jähriger historisch interessierter Lohsaer. Die Tafel war an den Ecken verbogen. Sie war mit Striemen beschädigt. „Der Druckstelle im Waldboden nach zu urteilen, lag sie wohl schon viele Monate dort. Das war purer Vandalismus“, meint der Rentner. Er brachte die Tafel zum Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Der Verein und die Gemeinde Lohsa erstatteten Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt.

„Das war eindeutig Zerstörungswut. Es ist erschütternd, wenn Gedenksteine und Gedenktafeln beschädigt werden“, sagt Jens Kieschnick, Bearbeiter Bergbau der Gemeinde Lohsa. „Gerade an den Gedenksteinen hängen viele Erinnerungen heimatverbundener Einwohner.“ Der Gedenkstein für das 1430-1952 bestehende Dorf Neida wurde am 15. Juni 2002 eingeweiht. Er liegt im gesperrten Bereich der Innenkippe Lohsa des früheren Tagebaus II des Braunkohlenwerks BKW Glückauf Knappenrode. Initiator war damals die Domowina. Sie wollte für die früheren Neidaer einen Ort des Gedenkens und Zusammenseins schaffen. Mit dem Gedenktag für die abgebaggerten sorbischen Dörfer erinnerte sie 2002 an Neida. „Solche Zerstörungen wie hier sind leider kein Einzelfall“, sagt Werner Srocka, Referent der Domowina und Verantwortlicher für die Gedenktage für abgebaggerte sorbische Dörfer. „Uns sind in den vergangenen Jahren solche Fälle an den Gedenkstätten für Buchwalde (Bukojna) und Scheibe (Šiboj) gemeldet worden. Da nunmehr Neida / Nydej auch auf dem Territorium der Gemeinde Lohsa hinzu kommt, scheint es fast so, als wenn hier ein Serientäter aus dem Gemeindegebiet am Werk ist. Zumal ist ja die Gedenkstätte für Neida / Nydej für Außenstehende schwer zu finden, sie liegt sogar im derzeitigen Sperrgebiet der LMBV.“

Ähnlich wie im Fall Buchwalde und im Fall Scheibe sucht die Domowina jetzt gemeinsam mit der Gemeinde nach Lösungen. Die Gedenktafel für Neida soll wieder hergerichtet und angebracht werden. „Eine neue, versenkbare Steinplatte wäre sicher eine gute Alternative, ist aber kostenintensiv“, meint Werner Srocka und unterstreicht: „Solche Gedenkstätten werden grundsätzlich nicht versichert. Außerdem übergab die Domowina alle Erinnerungsstätten in die Obhut der Gemeinde Lohsa.“ Vorstellbar ist, nach Wiederfreigabe der gesperrten Fläche die Gedenktafel am Gedenkstein für Neida wieder einzuweihen. Hierin ist sich Werner Srocka mit dem Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. einig. Vorstellbar wäre ein zweiter Gedenktag. Dann könnte man sogar die Stätte mit geeigneten Maßnahmen aufwerten und zum Beispiel eine Informationstafel zur Geschichte des Ortes, wie sie für alle Gedenkstätten üblich ist, hinzu setzen. Derzeit gibt es keine regelmäßigen Befahrungen zu den Gedenksteinen für die abgebaggerten sorbischen Orte. Lausitzweit wäre dies sehr zeitaufwendig. So sind die Hinweise der Anwohner von besonderer Bedeutung. Hinweise auch darauf: Wer sind diese "Vandalen"? War das wirklich nur "Zerstörungswut"?

Andreas Kirschke


 

Fleißige Hände

regten sich am 19. April beim Frühjahrsputz im und am Zejler-Smoler-Haus in Lohsa. Mitglieder des Fördervereins Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. reinigten die Stühle im Vereinszimmer, räumten die Garage auf und säuberten die Grabstelle Handrij Zejlers.

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Allen Teilnehmern herzlichen Dank!


 

 Smoler Eingang

»Als wir einst in Lohsa waren«

Sonderkonzert anlässlich des 200. Geburtstages

von Jan Arnošt Smoler

am Freitag, dem 18. 3. 2016, 19.00 Uhr

Evangelische Kirche, Lohsa

 

 

Am 18. März 2016 musizierte das Sorbische Nationalensemble mit Chor, Orchester und Solisten in der Lohsaer Evangelischen Kirche. Mit dem Konzert „Als wir einst in Lohsa waren“ würdigte das Ensemble Jan Arnošt Smoler und die die Sammlung „Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz“, herausgegeben 1841 / 1843 von Smoler und Leopold Haupt.

Chor

 Der Verleger, Philologe, Schriftsteller und Publizist Jan Arnošt Smoler (1816-1884), an dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen gedacht wird, hat uns ein reiches Erbe hinterlassen. Sein 1841 / 1843 mit Leopold Haupt herausgegebenes Buch „Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz“ war und ist bis heute Quelle und Inspiration für sorbische Komponisten. Dies zeigte das Festkonzert unter Leitung von Dirigent Gabriele Donà. Über 200 Besucher von nah und fern hörten es in der Lohsaer Evangelischen Kirche. Zu hören waren auch acht Uraufführungen. Eingeladen hatte das Ensemble gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lohsa und dem Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V.. Durch das Programm führte Moderator Jurij Šiman. Er erinnerte an Smolers Leben und Wirken. Dieser schrieb mit 25 Jahren 1841: „Wer seine Nationalität in Ehren hält, hierbei aber den Fremden nicht missachtet, der ist sich selbst zur größten Ehre. Ein rechter Wende und ein richtiger Deutscher sind ihrer Nationalität nach beide in gleichem Maße ehrenwert.“ Smoler war Aufrüttler und Organisator. Schon in jungen Jahren verfügte er über ein beachtliches Netzwerk von Freunden, Weggefährten und Studienkollegen. Allein zwischen 1839 und 1842 wies seine Korrespondenz 229 Briefe auf. Darunter waren auch viele namhafte Persönlichkeiten wie Jacob Grimm, Ludovit Štur und Vaclav Hanka. „Smoler war der erste beharrliche, bewusste Slawe unter den Sorben, er arbeitete für sein Volk unermüdlich und edelmütig“, zitierte Jurij Šiman aus dem Jahr 1884 den sorbischen Pfarrer, Kulturhistoriker, Übersetzer, Redakteur und Dichter Michał Hórnik (1833-1894); „in der Geschichte der Sorben bleibt Smolers Name berühmt, und anderen Slawen wird er Veranlassung sein, die Lausitz nicht zu vergessen.“

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Andreas Kirschke

 

 


Ein unermesslicher Fundus für die Nachwelt

Smoler Denkmal Fast fünfzig Besucher aus nah und fern waren am 12. Februar nach Lohsa ins Zejler-Smoler-Haus gekommen, wo Frau Susanne Hose, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sorbischen Instituts Bautzen, einen hochinteressanten, tiefgründigen Vortrag hielt:

 „… zu heben und zu bergen den kostbaren Schatz. Jan Arnošt Smoler (1816-1884) und die Volkslieder“.

 Das Buch „Volkslieder der Sorben in der Ober- und Niederlausitz“ – herausgegeben 1841 / 1843 von Leopold Haupt (40) und Jan Arnošt Smoler (22) – ist ein unermesslicher Schatz für die Nachwelt. Allein aus dem Ort Lohsa stammen 40 Lieder, aus Lohsa und Umland insgesamt 70. Das ist ein Viertel der Lieder in der obersorbischen Sammlung, im ersten Teil der Sammlung.

Smoler-Denkmal in Bautzen

Der Förderverein Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus Lohsa e. V. hatte zu diesem Sorbischen Abend eingeladen. Damit eröffnete er das Smoler-Festjahr der Domowina und sorbischer Institutionen zu Ehren des 200. Geburtstages des Wissenschaftlers und Verlegers Jan Arnošt Smoler.

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„In Lohsa hatte Smoler sein Netzwerk. In Lohsa lebte seine Familie“, erläuterte Susanne Hose. Deshalb sammelte er gerade in dieser Gegend viele Volkslieder. Erstaunlich war die Vielfalt an Liedern aus Lohsa. Von Hana Hobkec, der Magd des Pfarrers und Dichters Handrij Zejler, vermerkt ist das Lied „Zaso namakana sotra“ (Die wiedergefundene Schwester). Darin erzählen 30 kurze zwei- oder dreizeilige Strophen von Mägdelein Margretlein. Fuhrleute lockten sie fort und entführten sie. In Niedergurig „verkauften“ sie das Mädchen für Bier und Wein. Es blieb bei der dortigen Wirtin und diente fortan. Später wollte ein Reiter mit Margretlein die Nacht verbringen. Doch Erstaunliches trat zutage. Der Reiter und das Mägdelein waren Geschwister. Der Reiter führte seine Schwester wieder nach Hause zur Mutter…

DSCN8873 "Dieses Lied kennen wir aus dem Buch ´Des Knaben Wunderhorn´, 1806-1808, 2. Band. Es ist die Geschichte ´Der Star und das Badewännlein´ - aufgeschrieben in der Spinnstube eines hessischen Dorfes", erläuterte Susanne Hose. „Es ist ein und dieselbe Geschichte, jeweils versehen mit Lokalkolorit. Wir finden solche Beispiele immer wieder. Das zeigt uns, dass das Liedgut in ganz Europa verbreitet war.“

Insgesamt, so die Wissenschaftlerin, enthielt das Volksliederbuch Jan Arnošt Smolers und Leopold Haupts 531 Volkslieder, ihre deutsche Übersetzung und wichtige demografische und volkskundliche Fakten. 331 Lieder enthält die obersorbische, 200 die niedersorbische Sammlung. Es sind Feldlieder (Pšezpólna), Gesetzchen (Rónčka), Tanzlieder (Reje), Rundgesänge (Wužeńenja), Hochzeitslieder (Kwasne spjewy), Bittlieder (Stonanje), Legenden (Podkhyrluški) sowie Anhang (Pšidawk) und Fragmente. Jan Arnošt Smoler dürfte bei der Erstellung des Liederbuches von Handrij Zejlers Wirken und Schaffen wesentlich geprägt worden sein. „Smoler hat Zejler sehr geschätzt. Er sah in ihm ein großes Vorbild“, verdeutlichte Susanne Hose. Jan Arnošt Smoler zeichnete insgesamt 474 ober- und niedersorbische Volkslieder auf. Leopold Haupt steuerte aus dem Bestand der „Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz“ 57 Lieder bei. Das entstehende Volksliederbuch der beiden Herausgeber war die erste umfassende Sammlung und der größte Erfolg der damaligen volkskundlichen Bemühungen der Sorben.

Andreas Kirschke


 Tänzerin Woyski 

Eröffnung der Sonderausstellung

„Jürgen von Woyski –

ein Künstler unserer Region“

am Mittwoch,dem 27. Januar 2016,um 17.30 Uhr im Zejler-Smoler-Haus Lohsa

 

Jürgen von Woyski:Tänzerin

 

Vom 27.1.2016 bis zum 17.3.2016 zeigt die Jürgen-von-Woyski-Stiftung Arbeiten des Künstlers im Zejler-Smoler-Haus Lohsa. Ziel der Stiftung ist die Pflege, Erhaltung und dauerhafte Repräsentation des künstlerischen Werkes Jürgen von Woyskis.

Ausstellung Publikum

 Die Laudatio hielt in gewohnter humorvoller Weise der Stiftung Medtiionalrat  Friedhelm Vogel. Er sprach über den Menschen, den Maler, Bildhauer und Freund und brachte dem zahlreichen Publikum die ausgestellten Bilder und Keramiken nahe.

 

 

 

Foto: Mandy Decker

Ausstellung Schule

 

 

 

Die Besichtigung der Ausstellungsstücke begann im Zejler-Smoler-Haus und endete in der Schule, in der Jürgen von Woyski 1955 eine Wand mit lustigen bunten Tellern gestatet hatte.

 

 Woyski, HahnWoyski, Schäfer

Woyski, Schiff

Die Jürgen-von-Woyski-Stiftung bietet für alle Interessierten einen Katalog mit einem Großteil seiner Werke an, sowohl der Gemälde als auch der Keramiken und Bilder von den zahlreichen Skulpturen in Hoyerswerda und vielen anderen Orten. Diesen Katalog zu erwerben, ist jeder Besucher aufgerufen, zumal er nur 6,00 € kostet und die Stiftung sich selbst erhalten muss.

Woyski Teller_1  Woyski Osterreiter

Teller Adam und Eva                                              Gemälde: Osterreiter in Chrostwitz                               

Öffnungszeiten:  

Montag und Donnerstag: von 10.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr und nach Vereinbarung.

Die Mitglieder der Stiftung und der Förderverein Zejler-Smoler-Haus Lohsa e.V. freuen sich, dass so viele Kunstfreunde zur Eröffnungsveranstaltung gekommen waren.



 


  Letzte Atualisierung: 26.10.2017

 

 

 

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